Am Montag meldeten Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern je einen Todesfall. In Nordrhein-Westfalen starben zwei Frauen an den Folgen der Infektion. Bundesweit infizierten sich Hunderte mit dem potenziell gefährlichen Darmkeim. Nach offiziellen Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankten bisher 352 Menschen infolge der EHEC-Infektion am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), das sich unter anderem durch Nierenversagen äußern kann.
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Unterdessen scheint der Anstieg der Neuerkrankungen in Norddeutschland gestoppt. Die Zahl der Neuinfektionen sei "deutlich rückläufig", sagte Jörg Debatin, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Dies sei auch an anderen Kliniken zu beobachten. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sagte, die Versorgungssituation bei Intensivbetten in der Hansestadt sei gleichwohl sehr angespannt, so dass Patienten auch in andere Bundesländer verlegt werden müssten.
RKI-Präsident Reinhard Burger zufolge ist der EHEC-Ausbruch noch "nicht überstanden". "Weitere Todesfälle sind wahrscheinlich", sagte er nach einem Spitzentreffen mit Vertretern von Bund und Ländern in Berlin. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) betonte, es müsse davon ausgegangen werden, dass die eigentliche Quelle der Verseuchung weiter aktiv sei. Auch Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sprach von einer nach wie vor "ernsten Lage".
Hoffnungen setzen die Ärzte in ein neues Medikament, mit dem zahlreiche schwerkranke EHEC-Patienten in Hannover, Hamburg und Kiel derzeit behandelt werden. Die Therapie mit einem Antikörper namens Eculizumab zeige "erste Erfolge", sagte Hermann Haller von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH-Sprecher).
Die deutschen Behörden bekräftigten die Empfehlung, vor allem in Norddeutschland auf den Verzehr von rohen Gurken, Tomaten und Salat zu verzichten. Als eine Quelle der Erkrankungen hatten die Behörden in Deutschland mit EHEC belastete Salatgurken aus Spanien ausgemacht.
Wegen der dadurch entstanden Umsatzeinbußen fordert die spanische Regierung am Montag im "Rahmen der Europäischen Union" Entschädigungen für die Landwirte. Russland verhängte unterdessen wegen des Darmkeims ein Einfuhr-Verbot für Gemüse aus Deutschland und Spanien.


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