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    „Surfend“ aus dem World Trade Center entkommen

    9/11-Überlebender berichtet von wundersamer Rettung

    Es klingt wie die Szene aus einem Actionfilm: Als das World Trade Center in sich zusammenstürzt, kann ein Mann sich retten, indem er auf herabfallenden Trümmern zu Boden gleitet. Tatsächlich hat sich ein solches Ereignis beim Zusammenbruch der Twin Towers am 11. September 2001 laut Augenzeugen zugetragen. In einer Fernsehdokumentation erzählte der „9/11-Surfer“ nun erstmals von seiner wundersamen Rettung.

    Pascale Buzzelli überlebte den Zusammensturz des World Trade Centers (Bild: AFP)Pasquale Buzzelli bezeichnet sich selbst laut „Daily Telegraph“ als den „größten Glückspilz auf Erden“. Er gehört zu den wenigen Menschen, die den Terroranschlag auf das World Trade Center überlebt haben. Wie ihm das gelungen ist, erzählte der Mann elf Jahre nach dem Angriff  am 11. September anlässlich der Fernsehdokumentation „The Miracle Survivor“, die am vergangenen Montag auf dem britischen Sender „Channel Four“ ausgestrahlt wurde. Was er erlebt hat, grenzt an ein Wunder.

    Nach eigenen Aussagen nahm der Bauingenieur am Morgen des 11. Septembers 2001 den Fahrstuhl zu seinem Büro im Nordturm. Kurz darauf schlug das erste Flugzeug zwischen dem 93. und 99. Stockwerk ein. Daraufhin kam der Lift, in dem sich der Mann befand, in der 44. Etage zum Stehen. Panikszenen erwarteten Buzzelli, nachdem sich die Tür öffnete. Einige Personen rannten bereits über Fluchtwege im Treppenhaus nach unten. Buzzelli jedoch ging in sein Büro im 64. Stock. Von einem Anschlag habe er zu dem Zeitpunkt noch nichts geahnt.

    Er rief seine Ehefrau Louise an, die damals im siebten Monat schwanger war, um ihr zu sagen, dass es ihm gut gehe. Buzzelli war zunächst davon überzeugt, dass es sich bei der Kollision um einen Flugunfall handelte. „Da die Klimaanlage und die Fahrstühle noch funktionierten, fühlte ich mich außer Gefahr.“  Dann allerdings sahen seine Kollegen und er im Fernsehen, dass ein weiteres Flugzeug in den Südturm des World Trade Centers gerast war. „Es war ein sehr seltsames Gefühl, so surreal. Und plötzlich wussten wir, dass wir möglicherweise nicht lebend da raus kommen würden“, erzählte er der britischen „Sun“.

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    Also eilte er mit einem Kollegen nach unten, um sich zu retten. Auf dem Weg kamen ihm Feuerwehrmänner entgegen. Der Südturm war mittlerweile eingestürzt, doch davon wusste Buzzelli nichts. Um  10.28 Uhr erreichte er die 22. Etage: „Plötzlich merkte ich, dass das Treppengeländer vibrierte, und hörte diesen lauten, lauten Lärm von oben.“ Er habe Schutz in einer Ecke gesucht und sich dort zusammengekauert. Es nützte nichts: Kurz darauf gaben die Wände und der Boden unter ihm nach. „Da wusste ich, das war’s – das ganze Gebäude löste sich auf.“

    Entsetzt verfolgte seine Frau das Geschehen vor dem Fernseher. „Da war nur Staub und Rauch, und irgendwann konnte ich nicht mehr hingucken.“ Zu groß war die Angst, dass ihr Mann in den Trümmern umgekommen sein könnte. Doch Buzzelli war am Leben – obwohl er beim Einsturz mit in die Tiefe gerissen worden war. Der freie Fall habe sich angefühlt, als würde er nach unten "surfen". Und sein Gefühl gab ihm recht: Augenberichten zufolge gelang es Buzzelli offenbar, auf einer Betonplatte auf den Boden zu "gleiten", so die „Sun“. Nachdem er einen hellen Blitz sah, wurde Buzzelli nach eigenen Aussagen ohnmächtig. Drei Stunden später erwachte er auf Trümmern. Trotz seines Sturzes über 15 Stockwerke hatte er sich lediglich ein Bein gebrochen und seinen Knöchel verstaucht.

    Elf Jahre lang hielt Buzzelli seine Geschichte vor der Öffentlichkeit geheim – weil ihn sein schlechtes Gewissen plagte „Es war schwierig, darüber zu reden. Ist es immer noch. Ich habe 14 Kollegen verloren, die bei mir waren, als der Turm zusammenstürzte“, so der Mann zur „Sun“. „Sie waren die Opfer, ich war der Überlebende. Also hatte ich Schuldgefühle. Ich wollte einfach so tun, als ob es nicht passiert wäre.“

    Fernsehmacher hatten von der "Legende" rund um den 9/11-Surfer gehört. Sie spürten die Feuerwehrmänner auf, die Buzzelli damals aus dem Trümmerhaufen gerettet hatten. Außerdem trafen sie sich mit Wissenschaftlern und Ingenieuren, die bestätigten: Buzzellis Bericht könne sich durchaus so zugetragen haben. Der Gerichtsmediziner Shiya Ribowksy relativierte jedoch, die Überlebenschancen seien in so einem Fall „recht düster“. Buzzelli interessiert sich für die Erklärungsversuche der Wissenschaftler, letztendlich kann er sich sein Überleben aber nicht erklären: „Es könnte auch einfach Glück gewesen sein. Oder war es göttliche Fügung? Ich habe keine Antwort darauf.“

    Videografik zum 11. September:

    VIDEOGRAFIK: 9/11 - die Terroranschläge vom 11. September 2001

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