Laut Zakaria al-Sadah, dessen Schwester die fünfte Ehefrau Bin Ladens war, wollte Osama Bin Laden nicht, dass seine Kinder und Enkel in seine Fußstapfen treten. Stattdessen habe er sie gedrängt, im Westen eine Hochschulausbildung zu absolvieren, wie der Schwager des getöteten Al-Kaida-Führers nun in einem Interview mit der "Sunday Times" sagte.
"Er sagte zu seinen eigenen Kindern und Enkeln, sie sollen nach Europa und Amerika gehen und eine gute Bildung erhalten", sagte Sadah laut einem AFP-Bericht in dem Interview.
„Ihr müsst studieren, lebt in Frieden und tut nicht das, was ich tue oder getan habe“, habe Bin Laden laut Sadah seinen Kindern gesagt. Sadahs Schwester Amal, die fünfte Ehefrau Bin Ladens, habe er im November das erste Mal nach dem Tod Bin Ladens gesehen. Ihr sei ins Bein geschossen worden, als sie versucht habe, ihren Mann während der Razzia zu schützen. Drei Frauen und neun Kinder und Enkelkinder Bin Ladens werden laut Sadah seit Monaten in einer Dreizimmerwohnung in Islamabad festgehalten und vom pakistanischen Geheimdienst überwacht.
Die „Sunday Times“ veröffentlichte neben dem Interview die angeblich ersten Bilder, die einige der jüngeren Kinder und Enkelkinder Bin Ladens an ihrem derzeitigen Aufenthaltsort zeigen: zwei Söhne, eine Tochter, zwei Enkel und eine Enkelin sind auf den Bildern zu sehen.
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Wie Sadah, ein 24-jähriger Journalistik-Student, weiter ausführt, würden die Kinder nicht essen und seien traumatisiert, nachdem sie im Mai 2011 die Erstürmung von Bin Ladens Anwesens sowie seine Erschießung durch Spezialeinheiten der Navy Seals beobachtet hätten.
„Diese Kinder haben gesehen, wie ihr Vater getötet wurde - sie brauchen Fürsorge und kein Gefängnis, unabhängig davon, was man von ihrem Vater denkt und was der getan hat“, zitiert ihn die "Sunday Times".
In einer der spektakulärsten Kommandoaktionen der Geschichte landeten US-Elitesoldaten in der Nacht zum 2. Mai mit vier Hubschraubern in der pakistanischen Stadt Abbottabad und stürmten ein mit hohen Mauern umgebenes Anwesen, in dem sich Bin Laden mit neun Frauen, 23 Kindern und mehreren Gefolgsleuten seit 2006 versteckt hielt. Neben dem Al-Kaida-Führer wurden bei dem 40 Minuten dauernden Einsatz
einer seiner Söhne, ein Vertrauter, dessen Ehefrau und ihr Bruder
getötet.
US-Präsident Barack Obama verfolgte live im Weißen Haus in Washington, wie die Soldaten Bin Laden suchten und schließlich töteten. "Der Gerechtigkeit ist Genüge getan worden", verkündete Obama wenige Stunden später im amerikanischen Fernsehen.



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