Als der Geschichts-Fan Benjamin Lerman Coady im New Yorker Metropolitan Museum of Art einen geschichtlichen Fehler entdeckte, rechnete er nicht damit, dass man ihm glauben würde. Kein Wunder: Er war ja nur ein 13-jähriger Junge aus Connecticut. Umso erstaunter war er, als er kurz darauf einen Brief von dem Museum bekam.
Die Vergangenheit fasziniert Benjamin Lerman Coady aus West Hartford schon lange. Er liest viele historische Bücher und besucht gerne Museen. Deshalb fuhr der 13-Jährige mit seiner Mutter nach New York, um das Metropolitan Museum of Art zu besuchen. Dort gibt es eine Dauerausstellung über das Byzantinische Reich –genau jenes Thema, dass der Junge kurz zuvor in der Schule durchgenommen hatte. Und Benjamin hatte nicht nur im Unterricht ziemlich gut aufgepasst.
Teil der Ausstellung ist eine Karte, die Byzanz im sechsten Jahrhundert zeigt. Zu jenem Zeitpunkt war das antike Reich am größten. Als Benjamin darauf blickte, stellte er fest, dass Spanien und Afrika auf der Karte fehlten. Nachdem er eine Angestellte des Museums darüber informiert hatte, wies sie ihn an, am Empfang ein Formular auszufüllen. „Doch am Empfang glaubte mir niemand. Ich bin schließlich nur ein Kind”, sagte Benjamin später der Zeitung „Hartford Courant”. Umso erstaunter war er, als er kurze Zeit später einen Brief vom Metropolitan Museum of Art erhielt. Er stammte vom Vizepräsidenten für externe Angelegenheiten. In dem Schreiben teilte er Benjamin mit, dass man seine Anmerkungen an die Abteilung für mittelalterliche Kunst weitergeleitet habe.
Einige Monate später fand der Junge in seinem E-Mail-Postfach eine Nachricht der zuständigen Kuratorin Helen Evans. „Du hast natürlich Recht, was die Grenzen des Byzantinischen Reiches unter Justinian betrifft“, stand darin. Und dass er doch noch einmal ins Metropolitan Museum of Art kommen solle. Das tat Benjamin auch. Bei seinem Besuch bat Evans ihn darum, seine Version der Karte zu erstellen. „Aus ihm könnte ein junger Historiker werden“, sagte die Kuratorin der „Hartford Courant“. Umso überraschender sind die beruflichen Pläne des Jungen: „Ich will nach Greenwich ziehen und ein modernes Autohaus eröffnen“, verriet er dem "Hartford Courant".
Wie Helen Evans gegenüber der Zeitung mitteilte, arbeitet man im New Yorker Museum übrigens derzeit an der Korrektur des Fehlers. Offenbar ist das Missgeschick passiert, als die Karte vor ein paar Jahren neu gedruckt wurde.
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