Allyson Taylor stand am Eingang eines Sportwarengeschäftes im kalifornischen Yuba City, um die Kunden zu begrüßen – doch plötzlich blickte die 18-Jährige in den Lauf einer Pistole. Ein bewaffneter Mann stand vor ihr und sollte sie für die nächsten vier Stunden nicht mehr aus den Augen lassen. Doch die junge Frau bewahrte trotz ihrer Todesangst einen kühlen Kopf. Und konnte den Geiselnehmer letztlich sogar dazu bewegen, sie laufen zu lassen.
Am Sonntagvormittag gegen elf Uhr betrat ein Unbekannter die Filiale des Sportwarengeschäftes „Big 5“ in Yuba City, in dem Allyson Taylor als Teilzeitkraft arbeitete. Kaufen wollte der Kunde jedoch nichts, wie sich kurz darauf herausstellte – vielmehr plante der Mann offenbar einen Überfall. „Er hob sein Shirt hoch, zog die Waffe heraus – ich glaube, aus seiner Hose – und zielte direkt auf mich“, so die 18-jährige Taylor gegenüber dem TV-Sender „ABC News“. „Ich flippte aus, und dann richtete er die Waffe nach oben und gab einen Schuss in Richtung Decke ab.“ Anschließend brüllte er die Kunden an und befahl ihnen, sofort das Geschäft zu verlassen. Was der Mann nicht bemerkte: Hinter ihm befand sich der Filialleiter und wählte die Notrufnummer. „In meinem Geschäft findet eine Schießerei statt. Ich brauche sofort einen Polizisten“, so sagte der Filialleiter laut „ABC News“ leise in den Telefonhörer. „Ich verstecke mich im Büro unter dem Tisch.“
Lesen Sie auch: Prophetische SMS kostet Schüler beinahe das Leben
Für Taylor war es jedoch zu spät, sich vor dem Kriminellen zu verstecken. Er zerrte die 18-Jährige in das Büro, in dem sich der Safe befand. Doch als das Mädchen ihm klarmachte, dass es nicht wisse, wie man den Tresor öffnet, behauptete der Unbekannte, dass es ihm überhaupt nicht um Geld gehe. Worin seine eigentliche Motivation bestand, ist noch immer unklar. Taylor dachte sich eine Strategie aus: „Mir war klar, dass es ihm leichter fallen würde, mich zu erschießen, wenn ich ihm nicht in die Augen sehen oder mit ihm sprechen würde – also keine Verbindung zu ihm herstellen würde”, erklärte das Mädchen gegenüber „ABC News”.
Deshalb sprach die 18-Jährige mit dem Mann und bekam schließlich aus ihm heraus, dass er Vater einer Tochter ist. „Er wollte an dem Tag nicht sterben. Er wollte seine Tochter wiedersehen“, so Taylor gegenüber dem Fernsehsender. Sie machte dem Mann klar, dass er sein Kind nur dann wiedersehen würde, wenn er ihr nichts antun würde. Sie verwickelte den Mann in ein Gespräch, redete ihm ins Gewissen. Schließlich lenkte der Mann ein.
Gegen 15 Uhr stellte sich der Unbekannte der Polizei, die ihn als einen 29-jährigen Mann namens Juan Carlos A. identifizierte. Erst in diesem Moment realisierte Taylor, was geschehen war. „Ich begann am ganzen Körper zu zittern – ich konnte kaum laufen, als ich den Laden verließ“, sagte sie gegenüber „ABC News“. „Doch als ich mich in den Händen der Polizisten befand, wusste ich, dass ich sicher bin.“ Die Polizeibeamten reagierten verblüfft über den cleveren Umgang der 18-Jährigen mit ihrem Geiselnehmer. „Sie wusste, wann sie Druck machen und wann sie lockerlassen musste“, so Shawna Pavey von der Polizeistation in Yuba City. Dieses junge Mädchen sei höchst erstaunlich. Und sie rettete sich damit selbst das Leben.
Sehen Sie auch: Pussy Riot im Gericht:
Geiselnahme: Bewaffneter kapituliert vor Mädchen
Yahoo! Nachrichten – Mi., 8. Aug 2012Werden Sie ein Fan von Yahoo! Nachrichten auf Facebook
Tipps der Redaktion
Quizaction
Neueste Videos
1 - 6 von 500
Heute auf Yahoo!
1 - 8 von 37

