Fast 30 Jahre nach der Ermordung der Texanerin Wanda Lopez haben der Jura-Professor James Liebman und fünf seiner Studenten einen 780-Seiten-Bericht über die fälschlich erfolgte Hinrichtung des angeblichen Mörders veröffentlicht. Das Team von der Columbia School of Law zeigt in dem am Dienstag herausgegebenen Bericht nach fünf Jahren wissenschaftlicher Erforschung auf, dass der zum Tode verurteilte Carlos DeLuna, der mit 27 Jahren durch eine Giftspritze hingerichtet wurde, nach allem Dafürhalten nicht der Täter war.
Carlos DeLuna hatte im Laufe der Ermittlungen seinen Vornamens-Vetter Carlos Hernandez als Täter benannt, der später wegen der Ermordung einer weiteren Frau verurteilt wurde und dann auch die Ermordung von Lopez gestand. Liebman warf den Behörden extrem nachlässige Ermittlungen vor. In diesem Fall sei "alles schief gelaufen". Das Opfer habe vor der Tat zwei Mal vergeblich die Polizei angerufen, um Schutz vor einem Mann mit einem Messer zu verlangen. Um ihr fehlendes Eingreifen zu überspielen, habe die Polizei schnellstmöglich jemanden festgenommen.
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DeLuna sei zum Zeitpunkt der Verhaftung, 40 Minuten nach dem Mord, rasiert gewesen und habe ein weißes Hemd getragen, der einzige Augenzeuge der Tat habe aber von einem Schnurrbartträger in grauem Hemd als Täter gesprochen. Zudem sei gesehen worden, dass der Mörder Richtung Norden floh, DeLuna sei aber östlich des Tatorts gefasst worden. DeLuna hatte damals gesagt, er sei vor der Polizei geflohen, weil er auf Bewährung war und getrunken habe.

