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    Air-Berlin-Chef Hunold tritt zurück

    Berlin (dapd). Der Chef der angeschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin, Joachim Hunold, zieht die Konsequenz aus der schwachen Entwicklung des Unternehmens und tritt zurück. Sein Nachfolger soll bis auf weiteres der ehemalige Bahn-Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn werden, teilte die zweitgrößte deutsche Airline am Donnerstag mit. Er sei zu der Überzeugung gekommen, dass ein Führungswechsel das jetzt eingeleitete Sparprogramm nur beschleunigen könne, erklärte der 61-jährige Hunold.

    Air Berlin war im zweiten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Als Gründe für den Rückgang nannte das Unternehmen bei der Vorlage der Zahlen am Morgen höhere Belastungen durch die Luftverkehrsteuer und erhöhte Kerosinpreise sowie den durch die Unruhen in Nordafrika bedingten Rückgang der Passagierzahlen.

    Die Gesellschaft will nun mit einem umfassenden Sparprogramm wieder in die Gewinnzone zurückkehren. So wird die Flotte im zweiten Halbjahr 2011 um acht Flugzeuge reduziert. Das entspricht einer Verringerung der Kapazität um mehr als eine Million Sitze. Unrentable Strecken werden gestrichen. Dazu zählt die Verbindung Frankfurt-Hamburg. Außerdem will sich Air Berlin teilweise von Regionalflughäfen zurückziehen. Erfurt soll als Standort ganz aufgegeben werden.

    Die geplanten Maßnahmen würden aber möglicherweise "nicht ausreichen, um ein positives operatives Ergebnis zum Jahresende zu erreichen", sagte Hunold bei der Präsentation der Quartalszahlen. Einige der Einspareffekte würden erst im kommenden Jahr wirksam werden. Die Regionalflughäfen bezeichnete Hunold als Opfer der Luftverkehrsteuer.

    Air Berlin zufolge schlugen in zweiten Quartal die Luftverkehrsteuer mit 45 Millionen Euro, die erhöhten Kerosinpreise mit mindestens 71 Millionen Euro und der Ausfall durch die verringerte Nordafrika-Kapazität mit 20 Millionen Euro negativ zu Buche. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 877 Millionen um 27,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro stieg, fiel das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von minus 28,2 Millionen auf minus 32,2 Millionen Euro. Ohne die Luftverkehrsteuer läge das Ergebnis den Angaben zufolge bei 12,2 Millionen Euro.

    Bei Air Berlin arbeiten etwa 9.000 Menschen. Die Flotte umfasst bislang 168 Flugzeuge. Die Gesellschaft fliegt 170 Ziele in 39 Ländern an. 2010 wurden 33,6 Millionen Passagiere befördert.

    dapd

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    1 Kommentar

    • lästerer  •  vor 9 Monaten
      Na, dann macht €uch alle frisch - Mähdorn, der Privatisierer und "Retter" von angeschlagenen bzw. anzuschlagenden (?) Unternehmen. - Also: aufmerksam verfolgen, - w i e - das Unternehmen ---gesund-geschrumpft--- wird.