Fürth (dapd). Trotz einer Erhöhung der Dividende für 2011 um 20 Cent auf 1,00 Euro sind die Aktionäre von Europas größtem Sportausrüster Adidas mit der Ausschüttungspolitik des DAX-Konzerns unzufrieden. Angesichts von Rekorden bei Umsatz und Gewinn sei die Quote von aktuell 31,2 Prozent des Konzerngewinns und damit rund 209 Millionen Euro zu wenig, sagte Gerhard Jäger von der Schutzgemeinschaft der Kleinanleger (SdK) am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Fürth. Angemessen wären mindestens 40 Prozent.
Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) betonte, Adidas sei kein Start up mehr. Die Dividende sollte demnach eigentlich höher ausfallen.
Anlass zur Kritik sahen die Aktionäre auch in der bisherigen Entwicklung der 2006 erworbenen US-Tochter Reebok, die noch nicht die erwarteten Wachstumsraten aufweise. "Es dauert alles viel länger, als wir gedacht haben", sagte Bergdolt. Jäger ergänzte, Reebok bleibe eine Herausforderung und die größte Baustelle innerhalb der Gruppe.
Weiter getrübt wird das Image der US-Tochter durch die vor kurzem bekanntgewordenen Unregelmäßigkeiten in Indien. Einzelheiten hierzu wollte der Adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer trotz Nachfragen auch auf der Aktionärsversammlung nicht nennen. Er betonte aber, dass gegen die beiden inzwischen ausgetauschten Geschäftsführer der Reebok India Company Strafanzeige gestellt wurde. "Hier waren ganz klar kriminelle Machenschaften am Werk", sagte Hainer.
Einige Aktionärsvertreter bemängelten, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen im Konzern mit 27 Prozent verhältnismäßig niedrig sei, zumal 51 Prozent der Belegschaft Frauen seien. Im vierköpfigen Vorstand ist keine Frau vertreten, im Aufsichtsrat sind es zwei von zwölf Mitgliedern.
Hainer versprach Besserung. "Ich glaube, dass wir den Ruf verstanden haben und eine Menge tun, aber natürlich ist noch Potenzial da", sagte er. Bis Ende 2015 solle der Frauenanteil im Management auf 32 bis 35 Prozent steigen - vorausgesetzt, es würden ausreichend qualifizierte Bewerberinnen gefunden.
Durchgehend Lob kam von den Aktionären für die guten Geschäftszahlen. Adidas hatte 2011 mit neuen Rekorden bei Umsatz (13,3 Milliarden Euro) und Nettogewinn (671 Millionen Euro) abgeschlossen und war mit dem besten ersten Quartal der Unternehmensgeschichte ins laufende Jahr gestartet. "Wir sind zufrieden", sagte Bergdolt.
Bis 2015 will die Gruppe ihren Umsatz auf 17 Milliarden Euro steigern und etwa die Hälfte des Wachstums bis dahin in Nordamerika, China und Russland erzielen. Der Konzerngewinn soll bis 2015 jährlich um 15 Prozent zulegen und somit stärker als der Umsatz.
dapd


