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    Aktie des Tages: Wacker Chemie

    München (dapd). Beim MDAX-Konzern Wacker Chemie ist zu Jahresbeginn der Gewinn eingebrochen. Im ersten Quartal sackte das Nettoergebnis im Jahresvergleich um mehr als drei Viertel auf 40 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen am Freitag in München mitteilte. Das operative Ergebnis fiel um 40 Prozent auf knapp 212 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte um acht Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro.

    Als Grund für den Gewinneinbruch nannte der Konzern den Preisverfall bei Solarsilizium für die darbende Solarindustrie und bei Halbleiterwafern. Zusätzlich hätten die nach wie vor hohen Rohstoff- und Energiekosten das Ergebnis belastet.

    Die Aktie büßte nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich ein. Sie gab in den ersten zwei Handelsstunden um mehr als drei Prozent auf rund 60 Euro nach.

    Für das Gesamtjahr rechnet Wacker Chemie mit einem deutlich geringeren operativen Ergebnis als die 2011 erreichten 1,1 Milliarden Euro. Der Umsatz soll sich gegenüber dem Vorjahr um etwa 100 Millionen auf rund fünf Milliarden Euro erhöhen.

    Der Photovoltaikmarkt wird laut Unternehmensprognose zwar wachsen. Die Preise für Solarsilizium würden jedoch unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Im Halbleiter- und im Chemiegeschäft geht Wacker Chemie von einer steigenden Nachfrage aus.

    "Wacker ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen gut in das Jahr 2012 gestartet", sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. Das gesamtwirtschaftliche Umfeld sei zwar weiter schwierig, "die Talsohle scheint aber durchschritten zu sein".

    Das Geschäft von Wacker Chemie entwickelte sich auf den Kontinenten äußerst unterschiedlich. In Europa litt der Konzern besonders stark unter rückläufigen Umsätzen in der Solarindustrie. Allein in Deutschland gingen die Erlöse um ein Viertel auf 184,6 Millionen Euro zurück. In den übrigen Ländern Europas nahm der Umsatz um elf Prozent auf 276,3 Millionen Euro ab.

    Durch die starke Verlagerung der Solarindustrie nach Asien konnte das Unternehmen dort zulegen. Der Umsatz erhöhte sich in dieser Region um drei Prozent auf 487,1 Millionen Euro. Asien war damit im ersten Quartal der größte Absatzmarkt.

    dapd