Hannover (dapd). Dem Autozulieferer Continental hat bei Umsatz und Gewinn im ersten Quartal mehr als zehn Prozent zugelegt. Nun denkt der Vorstand über eine Anhebung der Jahresziele nach. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro, wie das MDAX (Xetra: ^MDAXI - Nachrichten) -Unternehmen am Freitag in Hannover mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) wuchs um 19 Prozent auf 875 Millionen Euro. Der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart will nun die "Entwicklung im ersten Halbjahr noch abwarten, ehe wir unseren Ausblick gegebenenfalls anpassen".
Bisher hatte sich Conti das Ziel gesetzt, "um mehr als 5 Prozent auf mehr als 32 Milliarden Euro Umsatz" zu wachsen und die Gewinnmarge zu halten. Die Zahlen legte Degenhart am Freitag zur Hauptversammlung in Hannover vor. Der vollständige Bericht über das erste Quartal 2012 wird am 3. Mai veröffentlicht. Die Conti-Aktie legte 3,4 Prozent zu und gehörte damit zu den Tagessiegern im MDAX.
Degenhart rechnet vor allem in Nordamerika und Asien mit einem kräftigen Wachstum der Automärkte, während er vor einer "schwierigen wirtschaftlichen Situation in einigen Mitgliedsländern der Europäischen Union" warnte. Ihm erscheine "ein weltweites Produktionsvolumen von 79 Millionen Einheiten erreichbar zu sein. Dies entspräche einer Steigerung gegenüber 2011 von 2,5 Millionen Fahrzeugen."
Degenhart wiederholte seine Pläne, das hoch profitable Kerngeschäft auszubauen. So soll eine Milliarde Euro zusätzlich in die Reifenproduktion fließen. Vor allem in den USA, Brasilien und China will der größte Pneu-Hersteller Europas angreifen, der in Deutschland mit Marken wie Continental (EUREX: CON.EX - Nachrichten) , Semperit (Düsseldorf: SEW.DU - Nachrichten) oder Uniroyal den Markt beherrscht.
Der Weltkonzern aus Hannover hatte 2011 ein Rekordjahr hingelegt, getragen maßgeblich vom Reifengeschäft: Conti steigerte im Jahr des 140-jährigen Bestehens mithilfe der weltweit anziehenden Automärkte den Umsatz um 17 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 1,24 Milliarden Euro. 2009 hatte der Hersteller noch 1,6 Milliarden Euro Verlust eingefahren.
Degenhart deutete an, Conti stehe vor einem Wiederaufstieg in die Oberliga der deutschen Aktienkonzerne, den DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) . Nach allen Kennziffern gehöre Conti in den Club der Top-30 börsennotierten Unternehmen. Im September bestehe die Chance auf den Wiederaufstieg.
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