Ungeachtet einer eigentlich geltenden Waffenruhe hält die Gewalt in Syrien an. Ein Rebellenkommandeur in Aleppo erklärte die vom internationalen Sondergesandten Lakhdar Brahimi ausgehandelte Feuerpause zum islamischen Opferfest Eid al-Adha für gescheitert. Aktivisten zufolge wurden am ersten Tag der Waffenruhe am Freitag mehr als 140 Menschen getötet, auch am Samstag gab es Anschläge, Bombardements und Gefechte.
"Wir haben die Waffenruhe für die internationale Gemeinschaft akzeptiert (...), doch wir wussten, dass das Regime sie nicht einhalten würde", sagte der Oberkommandeur der Rebellen in Aleppo, Oberst Abdel Dschabbar al-Okaidi, der Nachrichtenagentur AFP. "Unsere Aufgabe ist es, das Volk zu verteidigen, es sind nicht wir, die angreifen." Er bezeichnete die für das bis Montag dauernde islamische Opferfest Eid al-Adha ausgerufene Waffenruhe als gescheitert.
Bei dem ersten Luftangriff seit dem formellen Beginn der Waffenruhe wurden nach Angaben von Aktivisten am Samstag mindestens acht Menschen getötet. Die Männer seien gestorben, als die syrische Luftwaffe ein Haus in der Stadt Irbin nahe der Hauptstadt Damaskus angegriffen habe, teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.
Bei einem Bombenanschlag im östlichen Deir Essor am Samstag wurden laut der Beobachtungsstelle fünf Menschen getötet. Das Staatsfernsehen meldete seinerseits einen Anschlag vor einer Kirche und machte "bewaffnete terroristische Banden" dafür verantwortlich. Die oppositionelle Beobachtungsstelle meldete zudem Luftangriffe auf die Ortschaft Maaret al-Artik bei Aleppo und insgesamt acht Tote bei Gefechten rund um Damaskus und Daraa. Die Angaben beider Seiten sind von unabhängiger Stelle nicht nachprüfbar.
Am Freitagabend hatte die Armeeführung den Rebellen vorgeworfen, durch Angriffe auf Militärposten die Waffenruhe verletzt zu haben, weshalb sie zu Gegenangriffen gezwungen gewesen sei. Die Beobachtungstelle erklärte, am ersten Tag der Waffenruhe seien am Freitag bei Anschlägen und Gefechten 53 Zivilisten, 50 Rebellen und 43 Soldaten getötet worden. Damit lag die Opferzahl ungefähr auf dem selben Niveau wie in den Tagen vor der Feuerpause.
Die syrische Regierung und die Freie Syrische Armee (FSA), der die meisten Rebellenkämpfer angehören, hatten sich am Donnerstag zu der Waffenruhe während des viertägigen islamischen Opferfests bereiterklärt. Die islamistische Al-Nusra-Front, die bereits zahlreiche Anschläge verübte, wollte sich aber nicht an der Feuerpause beteiligen. Auch die Regierung und die FSA hatten angekündigt, im Fall von Angriffen der Gegenseite zurückschießen zu wollen.
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Bei dem ersten Luftangriff seit dem formellen Beginn der Waffenruhe in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten mindestens acht Menschen getötet worden. Mindestens acht Männer seien am Samstag gestorben, als die syrische Luftwaffe ein Haus in der Stadt Irbin nahe der Hauptstadt Damaskus angegriffen habe, teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. "Der Waffenstillstand ist tot", erklärte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.
Der internationale Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi hatte die Feuerpause zum islamischen Opferfest Eid al-Adha ausgehandelt. Sie sollte von Freitag bis Montag eingehalten werden, war aber noch am ersten Tag gebrochen worden. Laut der Beobachtungsstelle waren allein am Freitag mindestens 146 Menschen getötet worden. In Syrien kämpfen seit Monaten Rebellen gegen die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad.


