Mehr als tausend Familien sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten in der zentralsyrischen Stadt Homs eingekesselt. Sie stünden in mehreren Vierteln unter dauerndem Beschuss, teilte die in Londons ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Sie forderte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf, "unverzüglich einzugreifen, um die ständigen Bombardierungen zu stoppen und die mehr als tausend umzingelten Familien in Sicherheit zu bringen".
Die UNO müsse auch dafür sorgen, dass "dutzende Verletzte" aus Homs, das als Hochburg der Gegner von Präsident Baschar al-Assad gilt, abtransportiert werden könnten, erklärte die Beobachtungsstelle weiter. Viele von ihnen seien angesichts fehlender medizinischer Versorgung in Lebensgefahr.
Am Freitag hatte die Beobachtungsstelle bereits das Rote Kreuz und den Roten Halbmond aufgefordert, medizinische Teams nach Homs zu schicken. Frankreich hatte sich am Freitagabend äußerst besorgt über Informationen gezeigt, dass eine Militäraktion in der zentralsyrischen Stadt unmittelbar bevorstehe.
In der Nacht wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle in Syrien mindestens 18 Menschen getötet. Am frühen Morgen starben demnach in Duma nordöstlich der Hauptstadt Damaskus sieben Zivilisten beim Beschuss durch Artillerie. In derselben Provinz wurde demnach eine dreiköpfige Familie in Irbin beim Einschlag einer Rakete in ihr Haus getötet.
Zwei weitere Zivilisten seien in der Umgebung von Damaskus an einer Straßensperre des Militärs in Tal und durch Schüsse in Aschrafiat getötet worden, hieß es weiter. Den Angaben zufolge wurden in den Vierteln Masse und Kafar Susse in Damaskus, die als Oppositionshochburgen gelten, mehr als hundert Menschen festgenommen. Während der Razzia seien Schüsse und Explosionen zu hören gewesen.
In der Provinz Daraa im Süden des Landes seien zudem zwei Rebellen bei Kämpfen mit der Armee getötet worden. Auch in Kodsaja bei Damaskus und der Küstenstadt Latakia habe es Gefechte gegeben, während aus Homs Explosionen gemeldet wurden. Wie die Beobachtungsstelle weiter berichtete, wurden in Homs drei Soldaten getötet. Ein weiterer Soldat starb demnach in einer Industriezone von Damaskus.
Nach Angaben der Organisation, die sich auf Berichte von Aktivisten in Syrien stützt, wurden seit Beginn des Aufstands Mitte März 2011 landesweit mehr als 14.400 Menschen getötet. Bei den meisten handele es sich um Zivilisten, es seien aber auch tausende Sicherheitskräfte darunter.


