WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Akw-Stresstests laut Oettinger noch unzureichend

    Energiekommissar: Zusätzliche Besuche von Kraftwerken

    EU-Energiekommissar Günther Oettinger ist mit den europäischen Stresstests für Atomkraftwerke noch nicht zufrieden. Der Prüfbericht der Gruppe der nationalen Atomaufsichtsbehörden (ENSREG) sei zwar "ein Hauptelement unserer Stresstests", es würden nun aber "zusätzliche Besuche von Kraftwerken" und Detailanalysen folgen, erklärte Oettinger. Die Vorlage des endgültigen Berichts verzögert sich laut Oettinger dadurch auf den Herbst. Eigentlich sollte er im Sommer der Öffentlichkeit vorliegen.

    Bisher haben Experten von den zwischen 130 und 160 EU-Atomkraftwerken 38 vor Ort in Augenschein genommen, hieß es in der Mitteilung; die Zählung variiert, da manche Länder abgeschaltete Meiler mitzählen. Unter den besuchten Akw war beispielweise nicht die umstrittene Anlage Fessenheim in Frankreich direkt an der Grenze zu Deutschland. In den kommenden Wochen sollten nun Vor-Ort-Besuche "von einigen" weiteren Akw folgen, sagte Oettinger telefonisch von Hannover aus. "Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit", fügte er hinzu. Da viele Meiler dieselbe Technologie hätten, seien Besuche nicht überall nötig, sagte er.

    Die Stresstests für die europäischen Atomkraftwerke waren im Juni 2011 begonnen worden. Sie sollten die Lehre aus der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima ziehen. Dabei wurden alle Meiler zunächst von den Betreibern und den nationalen Aufsichtsbehörden überprüft. Zusätzlich hatten multinationale Teams die Befugnis für Vor-Ort-Besuche, die sie aber offenbar nicht voll ausnutzten.

    Quizaction