Paris (dapd). Eine mögliche Zusammenarbeit zwischen PSA Peugeot Citroën und General Motors (GM) haben die Aktienkurse des französischen Autokonzerns befeuert. Der nach Volkswagen zweitgrößte Autobauer Europas teilte mit, "im Rahmen seiner Strategie zur Globalisierung und Leistungsverbesserung prüft PSA Peugeot Citroën Kooperationen und Allianzen". Weiter hieß es am Dienstagabend, es würden Gespräche geführt, der Ausgang sei aber offen.
Die Zeitung "La Tribune" berichtete unter Berufung auf inoffizielle Quellen, Peugeot und GM verhandelten über eine Allianz. Für die Investoren waren das offenbar gute Nachrichten, denn bis zum Nachmittag stieg der Kurs der PSA-Aktien um 13 Prozent auf 16,24 Euro. GM war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Tochter Opel wollte sich ebenso wie ein Peugeot-Sprecher nicht offiziell zu den Verhandlungen äußern.
Beide Hersteller sind in Europa schwer angeschlagen. In der Autosparte machte PSA 2011 einen Betriebsverlust von 439 Millionen Euro. Im Januar ging der Absatz um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Hersteller legendärer Modelle wie Peugeot 208 oder Citroen 2CV ("Ente") leidet unter dem schwachen Automarkt in Europa, denn PSA ist in anderen Weltregionen kaum vertreten.
Ein ähnliches Problem hat auch GM mit seiner Tochter Opel. GM hatte für 2011 einen weltweiten Nettogewinn von 7,6 Milliarden Euro gemeldet, während Opel hohe dreistellige Millionenverluste einfuhr. Das Opel-Ergebnis sei "nicht zu akzeptieren", sagte der GM-Vorstandvorsitzende Dan Akerson.
Autoexperten fordern von den europäischen Herstellern schon länger eine höhere Auslastung der Werke. Zudem müssten sie sich krisenunabhängiger vom europäischen Markt machen. Über Kooperationen wie jetzt möglicherweise zwischen GM und PSA ließen sich Komponenten in höheren Stückzahlen fertigen und damit günstiger herstellen.
dapd


Bisher keine Kommentare vorhanden