WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Amazon-Kunde bekommt Sturmgewehr statt TV geliefert

    Überraschter Mann in den USA ruft die Polizei

    Verwechslungen passieren bei Internet-Bestellungen des Öfteren. Aber was Seth Horvitz aus Washington erlebte, dürfte ein einmaliger Fall sein:  Eigentlich hatte er nur bei Amazon einen Fernseher bestellt - um so größer war die Überraschung, als er auf einmal ein halbautomatisches Sturmgewehr geliefert bekam.

    Bizarre Verwechslung: Sturmgewehr statt Fernseher geliefert. (Bild: AFP)Es geschah am Dienstagabend: Wie die "Washington Post" berichtet, hatte Seth Horvitz gerade ein paar Freunde zu einer Dinner-Party in seine Wohnung eingeladen und wartete auf die Gäste - als es an der Tür klopfte. Horvitz öffnete und sah gerade noch einen Postboten aus dem Haus gehen, der ein Paket vor Horvitz' Tür abgestellt hatte.

    Der Amerikaner war nicht überrascht - schließlich hatte er über "Amazon" bei einem Drittanbieter einen Flachbild-Fernseher bestellt, der auch just an diesem Tag kommen sollte. Horvitz hatte die Lieferung online verfolgt. Allerdings war das Paket etwas zu klein dafür. "Vermutlich Zubehör für den Fernseher", dachte sich Horvitz. Er nahm das Paket mit in die Küche und öffnete es.

    Als er die Metallteile darin sah, dachte er zunächst noch: "Hey das ist wohl ein Ständer für den Fernseher". Doch dann nahm er das metallische Etwas aus der Styropor-Verpackung - und zuckte sofort zurück. Was er in den Händen hielt, war ein halbautomatisches Sturmgewehr vom Typ SIG716, samt Magazin und Bedienungsanleitung, hergestellt von der deutschen Firma Sig Sauer. Das berichtet die "Washington Post".

    Horvitz war schockiert. "Ich habe in meinem Leben noch nie eine Waffe berührt." Und das sei ja noch nicht einmal eine "normale" Pistole. "Das ist ein militärisches Sturmgewehr!" Gerade nach den Attentaten der vergangenen Wochen habe ihn die unerwünschte Lieferung tief getroffen. In den USA wird derzeit wieder heftig über die Waffengesetze im Land diskutiert. In Aurora im Bundestaat Colorado hatte ein Amokläufer Mitte Juli bei der Premiere des neuen Batman-Films zwölf Menschen getötet und 58 weitere verletzt. Am vergangenen Sonntag stürmte ein Mann im Bundesstaat Wisconsin einen Tempel der Sikh-Gemeinde, wo er sechs Menschen tötete.

    Lesen Sie auch: Russische Sekte hält 20 Kinder jahrelang unter der Erde

    Aus den Papieren in der Lieferung ging hervor, dass das Gewehr von einem Online-Waffenhändler stammt und eigentlich an ein Waffengeschäft in Pennsylvania gehen sollte. Auf dem Paket prangte auch ein Adress-Aufkleber des Waffengeschäfts, doch jemand hatte einen weiteren Aufkleber mit Horvitz' Adresse hinzugefügt. Wie die Verwechslung zustande kam, ist noch ungeklärt.

    Horvitz rief schließlich die Polizei. "Die Beamten waren zuerst etwas perplex, weil sie so etwas noch nie gesehen hatten", erzählte er dem Fernsehsender Fox 5. Dann hätten die Polizisten entschieden, dass sie  die Waffe mitnehmen, "weil es illegal sei, wenn ich sie behalte". Einfach zurückgeben an den Lieferanten gehe auch nicht, erklärten die Polizisten: "Die Waffe darf nicht in einem Auto transportiert werden".

    Horvitz hat nun noch ein ganz anderes Anliegen: Er will einfach nur seinen Fernseher. Er hat sich bei Amazon bereits über die Lieferprobleme beschwert.

    Yahoo! Nachrichten/AFP


    Sehen Sie auch: Wie viel trinken ist wirklich gesund?


    Weitere Folgen der Science News Show sehen Sie hier.

    Quizaction