Der französische Schauspieler Gérard Depardieu hat zum Entsetzen von mehr als hundert Mitreisenden im Gang eines Flugzeugs uriniert. Eine Sprecherin der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM bestätigte einen entsprechenden Radiobericht. Dem Sender Europe 1 zufolge stand der 62-Jährige am Dienstagabend kurz nach dem Start eines Fluges von Paris nach Dublin auf und sagte "Ich will pinkeln, ich will pinkeln".
Die Flugbegleiterin forderte den prominenten Fluggast daraufhin auf, noch eine Viertelstunde zu warten, bis die Maschine in der Luft sei. "Ich kann nicht warten", habe der offensichtlich angetrunkene Depardieu geantwortet, berichtete eine Mitreisende Europe 1. "Und dann ist er aufgestanden und hat auf den Boden gemacht."
Einen Eklat gab es dennoch nicht - "keiner sagte ein Wort", berichtete die Augenzeugin weiter. "Alles ist höflich abgelaufen, würde ich sagen." Der Schauspieler habe sich wieder hingesetzt und das Flugzeug sei nochmal in die Parkposition zurückgekehrt, um gereinigt zu werden. Die Maschine startete dann zwei Stunden später.
Depardieu ist einer der weltweit bekanntesten französischen Schauspieler, berühmt wurde er unter anderem durch die Filme "Cyrano de Bergerac" und "Green Card - Scheinehe mit Hindernissen". Bereits dreimal spielte der schwergewichtige Hobbywinzer in den "Asterix"-Filmen den dickbäuchigen Obelix.
Der 62-Jährige war allerdings schon mehrfach durch Grobheiten aufgefallen. 2005 beschimpfte er seine Landsleute als "blöd", weil sie ihn in einem Auftritt in einer britischen Talkshow für betrunken hielten. Während der Talkshow hatte sich der Schauspieler gebrüstet, dass er früher "vier bis acht Flaschen Wein pro Tag trinken konnte".
Zwei Jahre später musste sich Depardieu in Italien vor Gericht verantworten, weil er einem Fotografen einen Kopfstoß verpasst hatte. Der Mann hatte ihn bei einem gemeinsamen Einkaufsbummel mit einer jungen Frau auf dem Markt von Florenz fotografiert. "Mein Kopf ist auf einen Schlag vorgestoßen, was zwei Zähne weniger machte und ich war, ich muss es sagen, ziemlich zufrieden", schilderte Depardieu den Vorfall, der sich ebenfalls 2005 ereignete, später der Nachrichtenagentur AFP.


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