WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Antiquarin entdeckt möglicherweise echten Brief von Maggie Thatcher

    Bild: dpaDass Zettel in Büchern stecken, sind Antiquare gewohnt. Aber ein handschriftlicher Brief der "Eisernen Lady" Margaret Thatcher? Eine Antiquarin in Wismar glaubt an die Echtheit ihres Funds. 

    Einen möglicherweise echten Brief der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher an ihren Mann Denis hat eine Antiquarin im norddeutschen Wismar in einem Buch gefunden. Katja Burmester, Inhaberin des Antiquariats "Schusterjunge" in der Hansestadt, bestätigte am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa entsprechende Berichte regionaler Medien. 

    "Für mich ist das Ding echt", sagte Burmester. Zu dieser Überzeugung bringe sie vor allem das Briefpapier mit Wappen, Adresse und allen Titeln Thatchers. Das Schreiben in DIN A5-Größe habe einmal zusammengefaltet in einer englischen Ausgabe von Thatchers Autobiografie "The Downing Street Years" (1993) gelegen, sagte Burmester. 

    In dem kurzen handschriftlichen Brief dankt die "Eiserne Lady" ihrem Ehegatten für dessen Beistand in den schweren Jahren. Ohne ihn und seine Unterstützung wäre sie sicher nie Premierministerin geworden, heißt es. Margaret Thatcher wurde 1925 geboren, von 1979 bis 1990 war sie als erste Frau Premierministerin des Vereinigten Königreiches. Ihr Mann Denis starb 2003. 

    Beim näheren Untersuchen der Autobiografie fiel der Antiquarin auf, dass sie einen Vorabdruck in der Hand hielt, ohne Impressum und ISBN-Nummer. Das allein mache das Buch schon wertvoller, sagte die 33-Jährige. "Ich stelle mir vor, Margaret Thatcher hat vor dem Erscheinen gesagt, ich brauche zehn oder 20 Exemplare für meine Leute", mutmaßte Burmester. Warum ausgerechnet das Buch, das Thatcher ihrem Ehemann widmete, nicht in dessen Bücherregal, sondern in Wismar landete, ist noch ein Rätsel. 

    Sie wisse nicht, wie es in ihren Bestand geraten sei, sagte die Antiquarin. Seitdem sie ihren Laden vor drei Jahren gegründet hat, seien mindestens 300 Leute mit Bücherkisten gekommen. Sie habe das Buch unter "Biografien/Politiker" einsortiert, aber interessiert habe sich wohl niemand dafür. Sie fand den Brief vor ungefähr vier Wochen zufällig. "Ich wollte das Buch wegschmeißen", gab sie zu. Den Brief habe sie dann einer Bekannten gezeigt und die Sache habe sich herumgesprochen. 

    Die Antiquarin will das Buch samt Brief jetzt meistbietend in ihrem Laden verkaufen. "Ich bin die Eigentümerin, ich habe das Buch bezahlt", sagte die 33-Jährige selbstbewusst. Vielleicht lasse sie den Brief noch graphologisch untersuchen, überlegte sie. 

    dpa




    Sehen Sie auch: Was ist noch schlimmer als Schokoriegel?

    Die Top Drei der Dickmacher


    Weitere Folgen der Science News Show sehen Sie hier.

    Quizaction