Berlin/Frankfurt (dapd). Mit scharfer Kritik haben die Arbeitgeber auf die harte Haltung der IG Metall im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie reagiert. "Gerade in dieser Tarifrunde - der ersten, in der wir gerade wieder den Kopf über Wasser haben - sind Warnstreiks unangebracht und nicht zu rechtfertigen", sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, am Sonntag. "Wir erwarten jetzt von der IG Metall, dass sie Wege signalisiert, auf denen wir den Tarifkonflikt lösen können."
Ein Einlenken der Gewerkschaft ist indes nicht in Sicht - im Gegenteil. Der Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, droht den Unternehmen der Branche noch im Mai mit einem harten Arbeitskampf. "Wenn bis Pfingsten auf der anderen Seite keine Einsicht einkehrt, dann führt kein Weg an einem Streik vorbei, auf breiter Front", sagte Huber laut Vorabbericht im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Gewerkschaft habe dafür finanziell vorgesorgt, sagte er.
Das Angebot der Arbeitgeber - drei Prozent mehr Lohn für 14 Monate - nannte Huber einen "Witz". "Die Arbeitnehmer dürfen nicht abgehängt werden von Produktivität und Gewinn", forderte er. Die IG Metall verlangt 6,5 Prozent mehr Lohn für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche.
Die Gewerkschaft "kann sich jetzt nicht wie ein römischer Kaiser gebärden, der nur den Daumen hebt oder senkt, während wir Arbeitgeber uns in der Arena abquälen", ätzte dagegen Kannegiesser. Die Arbeitgeber hätten ein Angebot gemacht, "das den Verteilungsspielraum ausschöpft und das auch dem entspricht, was bisher von den Gewerkschaften immer als angemessene Lohnformel betrachtet wurde", sagte er. Zudem seien die Tariflöhne in der Branche schon während der Krise stärker gestiegen als die Inflation. "Auch 2012 werden unsere Mitarbeiter ein Reallohnplus in ihren Taschen haben", kündigte Kannegiesser an.
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