Der palästinensische Vertreter bei den Vereinten Nationen hat den UN-Sicherheitsrat auf den lebensbedrohlichen Gesundheitszustand von zehn hungerstreikenden Palästinensern hingewiesen. "Das Leben mehrerer palästinensischer Gefangener, die sich zwischen 59 und 67 Tagen im Hungerstreik befinden, ist nunmehr in Gefahr", heißt es in einem Schreiben Rijad Mansours vom Freitag. Zehn Häftlinge hätten bereits in Krankenhaus gebracht werden müssen. Der 27-jährige Bilal Diab und der 34 Jahre alte Thaer Halahla sind demnach seit dem 29. Februar im Hungerstreik. Sie litten unter anderem an starkem Gewichtsverlust, Nervenschwäche, Dehydration und niedrigem Blutdruck.
Israels Oberster Gerichtshof hatte am Donnerstag eine Entscheidung über den Antrag der beiden hungerstreikenden Palästinenser auf Haftentlassung auf unbestimmte Zeit vertagt. In der Verhandlung vor dem Gericht beklagten Diab und Halahla nach Angaben ihres Rechtsbeistands, sie würden ohne Urteil festgehalten und damit in ihren Rechten verletzt. Diab fiel demnach während der Anhörung in Ohnmacht.
Den beiden Männern wird die Mitgliedschaft in der radikalen Gruppierung Islamischer Dschihad vorgeworfen. Diab wird seit August 2011, Halahla seit Juni 2010 festgehalten. Nach Angaben palästinensischer Menschenrechtsaktivisten hatte das Gericht eine Entscheidung nach einem neuen Aktenstudium angekündigt. Diese sei nun aufgeschoben worden, obwohl die Untersuchung des Falls abgeschlossen sei.
Etwa ein Drittel der in Israel inhaftierten Palästinenser befindet sich derzeit im Hungerstreik. Nach offiziellen Angaben beteiligen sich rund 1550 der etwa 4700 Gefangenen daran. Diab und Halahla starteten die Protestbewegung vor mehr als zwei Monaten. Sie wendet sich gegen die sogenannte Verwaltungshaft, die es Israel erlaubt, Häftlinge praktisch unbegrenzt ohne Anklageerhebung festzuhalten.

