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    Assad nimmt überraschend an Kundgebung seiner Anhänger teil

    Damaskus/Beirut (dapd). Bei einem seiner äußerst seltenen Auftritte in der Öffentlichkeit hat der umstrittene syrische Präsident Baschar Assad am Mittwoch an einer Kundgebung von Tausenden seiner Anhänger teilgenommen. Umringt von Sicherheitskräften erschien er in der syrischen Hauptstadt Damaskus in der Menschenmenge, die Flaggen und Porträts des Präsidenten schwenkte. Er habe den "überwältigenden Wunsch" gehabt, unter ihnen zu sein, sagte der 46-Jährige den Tausenden Menschen, die sich auf einem Platz in der Innenstadt versammelt hatten.

    "Ich wollte bei euch sein, damit ich angesichts alledem, dem Syrien unterworfen ist, Kraft aus euch ziehen kann", sagte Assad zu seinen Anhängern. Es sei wichtig, dass "wir unser Vertrauen in die Zukunft aufrechterhalten. Ich habe dieses Vertrauen in die Zukunft, und wir werden zweifellos über diese Verschwörung triumphieren", sagte er.

    Seit Beginn der Proteste gegen seine Regierung vor zehn Monaten trat Assad nur selten öffentlich auf. Für den Aufstand hat er wiederholt eine "ausländische Verschwörung" und Terroristen verantwortlich gemacht. Am Dienstag drohte er damit, "mit eiserner Hand" gegen diejenigen vorzugehen, die seine Regierung bedrohten.

    Unterdessen übte ein früheres Mitglied der Beobachter der Arabischen Liga in Syrien scharfe Kritik an der Mission. "Sie ist eine Farce, die Beobachter sind zum Narren gehalten worden", sagte Anwer Malak dem Fernsehsender Al Dschasira in einem am Dienstagabend ausgestrahlten Interview. "Das Regime inszenierte das meiste, was wir gesehen haben, um die Arabische Liga davon abzuhalten, Schritte einzuleiten."

    Al Dschasira zufolge stieg Malek als Beobachter aus Abscheu über die Vorgänge aus der Mission aus. Der Tunesier ist für das in Paris ansässige Arabische Komitee für Menschenrechte tätig. Die Arabische Liga äußerte sich zunächst nicht zu dem Interview. Ein Vertreter erklärte, bislang hätten drei Beobachter ihre Tätigkeit in Syrien unter Angabe gesundheitlicher Probleme niedergelegt.

    Die 165 Beobachter der Arabischen Liga sollen die Umsetzung eines Plans zur Beendigung der Gewalt überwachen, dem das Assad-Regime im Dezember zugestimmt hatte. Die syrische Opposition hat der Mission im Vorfeld vorgeworfen, das anhaltende brutale Vorgehen des Regimes zu decken.

    Die Gewalt in Syrien hielt unterdessen trotz der Anwesenheit der internationalen Beobachter nach Angaben von Aktivisten unvermindert an. Soldaten und mutmaßliche Deserteure lieferten sich am Mittwoch in der zentralsyrischen Provinz Hama Gefechte, wie die Menschenrechtsorganisation Syrian Observatory for Human Rights mitteilte. Berichte über Todesopfer lagen zunächst nicht vor.

    Seit der Ankunft der internationalen Beobachter in Syrien vor zehn Tagen wurden in dem Land einer UN-Schätzung zufolge 400 weitere Menschen getötet. Einen entsprechenden Bericht legte der UN-Untergeneralsekretär für politische Angelegenheiten, B. Lynn Pascoe, am Dienstag dem Weltsicherheitsrat vor, wie aus Diplomatenkreisen in New York verlautete.

    Die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice sagte, die Zahl der Toten sei mit etwa 40 pro Tag noch höher als vor der Ankunft der Beobachter der Arabischen Liga. Dies sei ein klarer Hinweis darauf, dass die syrische Regierung die Gewalt weiter verschärfe, statt sie wie versprochen zu beenden.

    © 2012 AP. All rights reserved

     

    1 Kommentar

    • W D  •  vor 4 Monaten
      Wenn man bedenkt wie 'überraschend' sein Auftritt war und die 1000sde ALLE 'freiwillig' da waren, kann man nur sagen: Filmreif!!!!
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