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    Autozulieferer ZF weiterhin auf Wachstumskurs

    Stuttgart (dapd). Der Automobilzulieferer ZF hat im vergangenen Jahr seine Marktposition ausgebaut und will das deutliche Wachstum auch 2012 fortführen. Der Umsatz soll mindestens um zehn Prozent auf 17 Milliarden Euro steigen, wie der Vorstandsvorsitzende Hans-Georg Härter am Freitag in Stuttgart sagte. "Das Unternehmen ist in einer hochdynamischen Phase." Im ersten Quartal 2012 lag der Umsatz mit 4,4 Milliarden Euro bereits um 17 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.

    Bereits im Jahr 2011 ist ZF deutlich gewachsen. Der Konzernumsatz stieg um 20 Prozent auf einen Rekordwert von 15,5 Milliarden Euro. Damit habe das Unternehmen aus Friedrichshafen deutlich stärker zugelegt als der Branchendurchschnitt, sagte Härter.

    Das operative Ergebnis legte um 25 Prozent auf 850 Millionen Euro zu. Die Umsatzrendite lag 2011 mit 5,5 Prozent knapp über dem Vorjahresniveau.

    Stärkstes Wachstum in Nordamerika

    Der Konzern beschäftigte Ende 2011 weltweit mehr als 71.000 Mitarbeiter, davon rund 42.000 in Deutschland. Im laufenden Jahr möchte ZF die Belegschaft weiter aufstocken. In Deutschland sollen rund 2.000 neue Stellen geschaffen werden, in anderen Ländern 2.500.

    Am stärksten wächst ZF derzeit in Nordamerika. 2011 konnte das Unternehmen dort den Umsatz um 47 Prozent steigern. In Westeuropa verzeichnete ZF ein Plus von 20 Prozent.

    Wegen des starken Wachstums gibt der Automobilzulieferer deutlich mehr Geld für neue Werke aus: 2011 haben sich die Investitionen in Sachanlagen nahezu verdoppelt, im laufenden Jahr sollen sie noch einmal um die Hälfte steigen. Dadurch werde die Liquidität des Unternehmens "äußerst strapaziert", sagte Härter. Er sei jedoch zuversichtlich, dass die Abhängigkeit von Banken gering gehalten werden könne.

    ZF setzt auf Produktion von Windkraftgetrieben

    In Zukunft will ZF stärker auf Industrietechnik setzen, die nicht für die Automobilindustrie bestimmt ist. Der Anteil dieses Segments am Konzernumsatz liegt derzeit bei 11 Prozent und soll langfristig auf 20 Prozent steigen, wie der angehende Vorstandsvorsitzende Stefan Sommer sagte. Ab Mai wird er die Geschäfte von Härter übernehmen, der in den Ruhestand geht und sich um einen Sitz im Aufsichtsrat bemüht.

    Bei der Herstellung von Windkraftgetrieben gehört ZF nach der Übernahme des belgischen Unternehmens Hansen Transmission bereits zu den Weltmarktführern. Den Kauf hat sich der Konzern rund eine halbe Milliarde Euro kosten lassen, nun ist ZF nach eigenen Angaben der weltweit drittgrößte Anbieter. Sommer sagte dazu: "Wir sehen in den erneuerbaren Energien eine nachhaltige Lösung, vor allem in Kombination mit Elektromobilität."

    Auch das Unternehmen selber wolle umweltfreundlicher werden und habe sich vorgenommen, den Energieverbrauch im Verhältnis zum Umsatz bis zum Jahr 2015 um 20 Prozent zu senken, sagte Sommer.

    dapd

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