WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Böhmer geht auf Distanz zu Kauders Islam-Äußerung

    Integrationsbeauftragte zufrieden mit Islamkonferenz

    Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, hat sich von der Aussage des Unionsfraktionsvorsitzenden Volker Kauder (beide CDU) distanziert, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. "Wir sind in dieser Frage mittlerweile schon viel weiter", sagte Böhmer am Rande der Islamkonferenz in Berlin der "Rhein-Zeitung".

    "Wir leben in einem Land mit rund vier Millionen Muslimen", sagte Böhmer. "Wenn wir noch in 20 Jahren darüber reden, ob der Islam zu Deutschland gehört, dann hat das doch mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun." Kauder hatte der "Passauer Neuen Presse" gesagt: "Der Islam ist nicht Teil unserer Tradition und Identität in Deutschland und gehört somit nicht zu Deutschland."

    Die Deutsche Islamkonferenz hat sich aus Böhmers Sicht bewährt. "Sie steht für den Dialog", betonte die Integrationsbeauftragte. Die Islamkonferenz distanzierte sich in einer am Donnerstag verabschiedeten Erklärung von Zwangsverheiratungen und häuslicher Gewalt. Außerdem ging sie auf Distanz zu den extremen Salafisten, die in Zusammenhang mit massenhaften Koran-Verteilungen in Deutschland kritisiert worden waren.

    Quizaction