Berlin (dapd-lbg). Der Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg hat eine Mitverantwortung für das Flughafen-Desaster zurückgewiesen. Zwar sei der regionalen Wirtschaft insgesamt durch den geplatzten Eröffnungstermin ein "beträchtlicher Imageschaden" entstanden, sagte Hauptgeschäftsführer Axel Wunschel der Nachrichtenagentur dapd. Die Bauindustrie habe ihre Arbeiten aber korrekt und rechtzeitig in Abstimmung mit der Projektleitung erbracht. Insofern sollte die Branche keine Nachteile zu befürchten haben, fügte Wunschel hinzu.
Er hoffe im Übrigen, dass der Imageschaden nicht nachhaltig sein und sich nach der Eröffnung des Flughafens wieder verflüchtigen werde. Der Eröffnungstermin für den künftigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld war wegen Pannen bei der Bauplanung vom 3. Juni 2012 auf den 17. März 2013 verlegt werden.
Nach Einschätzung Wunschels könnte sich die erhoffte wirtschaftliche Entwicklung des Flughafenumfeldes nun in gleicher Weise verzögern wie die Entwicklung des Flughafens selbst. Mit einem "kompletten Rückschlag" rechne er aber nicht. "Tatsache ist, dass die Unternehmen kommen, wenn die ersten Flugzeuge starten und landen", sagte Wunschel. Das habe die Vergangenheit stets gezeigt. Insofern erwarte er "im Moment nicht, dass Investitionsabsichten grundsätzlich abgeändert werden".
Dabei betonte Wunschel noch einmal, wie wichtig aus seiner Sicht der Aufbau eines Drehkreuzes am Flughafen sei. Das habe für die wirtschaftliche Entwicklung der Region eine eminente Bedeutung. "Ob der Ausbau dieser dringend benötigten Umsteigeverkehre durch die verspätete Flughafeneröffnung einen fundamentalen Rückschlag erleidet, kann ich im Moment nicht beurteilen", fügte er hinzu. "Die Äußerungen von Air Berlin (Hannover: AB1000 - Nachrichten) stimmen mich allerdings optimistisch, dass es - wenn auch mit Verzögerung - zur Etablierung einer Drehscheibe kommen wird."
dapd


