Berlin (dapd). Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, fordert die Bundesregierung auf, Verantwortung für die Gräueltaten der Deutschen während der Kolonialzeit in Namibia zu übernehmen. "Es ist inakzeptabel, die historische Verantwortung Deutschlands für seine traurige Kolonialgeschichte zu leugnen", sagte Beck am Montag in Berlin.
Es gebe keine Zweifel daran, dass in Namibia vor 100 Jahren Deutschland das Massenmorden probte und Teile der Gebeine für unwissenschaftliche rassistische Forschungen verwendet wurden. "Dem Völkermord an den Herero und Nama fielen 100.000 Menschen zum Opfer - das ist beschämend und nicht zu leugnen."
Hintergrund ist die Übergabe von 20 Schädeln getöteter Hereros und Namas an Namibia am Freitag in der Berliner Charitè. Dabei hatte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, einen Eklat ausgelöst. Die FDP-Politikerin war bei der Zeremonie von Zuhörern ausgebuht worden, weil sie sich nicht für die Verbrechen der Deutschen in Namibia entschuldigen wollte. Sie verließ die Feier, noch bevor der namibische Minister für nationale Angelegenheiten das Wort ergriffen hatte.
dapd


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