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    Beck will "in jedem Fall" mit Nein stimmen

    Die SPD will die schwarz-gelben Steuerpläne scheitern lassen. Gabriel sieht eine "Bundesregierung des Kleinmuts". Statt Pump, will die SPD eine seriöse Gegenfinanzierung.

    In ihrem Spott über die Koalition ist sich die SPD-Spitze mit den Vertretern der von ihr geführten Länder einig. Parteichef Sigmar Gabriel sprach von einer „Bundesregierung des Kleinmuts“. Und der Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier ätzte, die Koalition feiere es schon als Erfolg, wenn 24 Stunden nach Vereinbarungen „ein Dementi aus München ausbleibt“.

    Die am Sonntagabend präsentierten Beschlüsse der Koalition seien ein „politisches Nothilfeprogramm für die FDP“, sagte Thüringens Wirtschafts- und Arbeitsminister Matthias Machnig (SPD) "Welt Online".

    Am Montag kündigten die SPD-Spitze und die sozialdemokratisch regierten Länder an, die schwarz-gelben Steuerpläne scheitern zu lassen. „Ohne eine Gegenfinanzierung für die Länder“ stimmten diese im Bundesrat mit Nein, prophezeite Parteichef Gabriel nach Beratungen seiner Führung.

    An diesen nahmen auch die Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (Brandenburg), Olaf Scholz (Hamburg) und Klaus Wowereit (Berlin) teil. Sie alle wandten sich gegen die Absichten der Bundesregierung.

    Die schwarz-gelbe Koalition hat, ebenso wie die Opposition, in der Länderkammer keine Mehrheit. Die großen Koalitionen dürften sich, wenigstens nach jetzigem Stand, enthalten. Diese Stimmen werden jedoch als Nein gewertet, was zu einer Anrufung des Vermittlungsausschusses führen könnte.

    Bisher zeigen sich die SPD-Spitze wie die Ländervertreter hart. Fraktionschef Steinmeier erinnerte am Montag daran, Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dringe stets auf eine Senkung der Neuverschuldung. Der Beschluss der Koalition aber widerspreche diesem Ansinnen.

    Der Parteivorsitzende Gabriel ging – wie immer – ein Stück weiter und nannte das Ansinnen der Koalition „verfassungswidrig“. Das von ihm angekündigte Vorhaben einer Klage in Karlsruhe aber relativierte Gabriel: Dafür werde man sich entscheiden, „falls“ die SPD zu dem Eindruck komme, hier Erfolg zu haben.

    „Im Lichte der Gesetzentwürfe“ werde man eine Verfassungsklage „prüfen“, kündigte Gabriel nun an. Er warf Schäuble eine „Politik zulasten Dritter“ vor. Gabriel sagte: „Ich glaube, dass Herr Schäuble darauf vertraut, dass die SPD-regierten Länder diesen Murks, den er mit beschließen musste, ablehnen werden. Er kann sich auf uns verlassen.“

    Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, der die SPD-geführten Länder koordiniert, erteilte jeglichen Steuerentlastungen eine Absage. Er widersprach damit auch der Vermutung, bei größeren Kompensationen könnte die Koalition einzelne SPD-geführte Bundesländer auf ihre Seite ziehen. „Wir werden den Vorschlag der Koalition im Bundesrat in jedem Fall ablehnen, auch wenn der Bund mit Gegenleistungen locken sollte“, sagte Beck "Welt Online". Er fügte hinzu: „Ein solches Geschacher tragen wir nicht mit. Das gilt auch für meine sozialdemokratischen Kollegen in den anderen Ländern.“

    Die Entscheidung der Regierung sei das „Papier nicht wert, auf dem sie steht. Sie ist weder Fisch noch Fleisch – und damit typisch für diese Regierung“, sagte Beck. Die Koalition liefere „Stückwerk“, das Gros der Entlastungen solle erst nach der Bundestagswahl im Herbst 2013 greifen. „Wenn die Koalition nun behauptet, sie entlaste vor allem Geringverdiener, dann versucht sie, das Volk zu verdummen“, monierte Beck: „Von einem verschobenen Tarifverlauf profitieren vor allem Gutverdiener.“

    Der Mainzer Regierungschef kritisierte Finanzminister Wolfgang Schäuble. Dieser habe sich „der Logik von Frau Merkel gebeugt“. Dabei gehe es allein darum, „der FDP ein Zückerchen hinzuwerfen. Die Koalition schert es nicht, dass sie damit auch noch die letzten Reste von Seriosität verspielt.“

    Andere führende Vertreter der Sozialdemokraten in den Ländern argumentieren ähnlich. „Wir werden keinen zusätzlichen Steuersenkungen zulasten des Landeshaushalts zustimmen“, kündigte der thüringische Wirtschaftsminister Machnig an; in Erfurt regiert ein Bündnis aus CDU und SPD. Die Koalition betreibe „wieder einmal Etikettenschwindel“, sagte er mit Blick auf die Anhebung des Steuerfreibetrags.

    Dieser wird auf Basis der Existenzminimumsberichte regelmäßig angehoben. Die Koalition plant eine Vorwegnahme dieses technischen Mechanismus.

    Auch der sachsen-anhaltinische Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) lehnt die Pläne der Regierung ab, hält indes eine Hintertür für Entlastungen offen. „Wenn schon Entlastung mittlerer und kleiner Einkommen, dann nur über eine seriöse Gegenfinanzierung – nicht auf Pump!“, sagte Bullerjahn "Welt Online" und ergänzte: „Eine Gegenfinanzierungsidee könnte die parallele Erhöhung des Spitzensteuersatzes für Spitzenverdiener sein.“ Nach bisherigem Stand fiele die „angebliche Entlastung für kleinere Einkommen so klein aus, dass die nächste Preiserhöhung bei Gas oder Strom dies mehr als auffrisst“.

    Bullerjahn verweist auf die im Konsens beschlossene Einführung der Schuldenbremse. In diesem Rahmen hätten sich Politiker aus Bund und Ländern darauf „verständigt, dass nun zuerst die öffentlichen Haushalte einigermaßen in Ordnung zu bringen und so lange die Hände von Steuersenkungen wegzunehmen sind“. Dieses „oberste Gebot“ werde von der schwarz-gelben Koalition erneut missachtet.

    Die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte einst ebenso den Grundfreibetrag erhöht. Nunmehr aber wendet sich die SPD gegen jedwede Entlastungen und verlangt einen höheren Spitzensteuersatz. Die von der Koalition ins Auge gefasste Entlastung von sechs Milliarden Euro ziehe sich über eine weite Strecke, heißt es in der SPD.

    So wirksam die Beträge im Haushalt seien, so gering erwiesen sie sich als konkretes Entlastungsvolumen. Von „Krümelkram“ für den einzelnen Steuerzahler ist hier die Rede. Risikoreich sei das Vorhaben insofern, als dass es auf der – noch recht ordentlichen – Wachstumsprognose für 2011 beruhe. Diese fällt für die Jahre 2012 und 2013 nach derzeitigem Stand geringer aus.

    Die Grünen lehnten die Pläne der Regierung ebenso ab. Parteichefin Claudia Roth sprach von einem Täuschungsmanöver und einer Belastung künftiger Generationen. Die Maßnahmen blieben ohne jede Gegenfinanzierung und erhöhten bei einer Umsetzung die Neuverschuldung, sagte Roth am Montag nach einer Vorstandssitzung ihrer Partei.

    „Das war ein Manöver für den weihnachtlichen Koalitionsfrieden“, meinte die Grünen-Chefin. Die geplanten Steuersenkungen brächten keine Entlastung für schwächere Einkommen. Eine Zustimmung des Bundesrates sei „höchst unwahrscheinlich“. Jedoch entschieden die Länder „in eigener Klugheit“, sagte Roth – die den Ländern mit grüner Regierungsbeteiligung keine Empfehlung geben wollte.

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    14 Kommentare

    • Sonja  •  vor 6 Monaten
      noch nicht lange her, da wurden dsie Löhne der Bundestagsabgeordneten erhöht, dafü war Geld da und da hat die SPD nicht geschrien....erst sparen und Schulden tilgen. Solche verlogenen Politiker
      • Grantler vor 6 Monaten
        Im Grundgesetz zur Schuldenbremse fehlt halt das Einfrieren der Abgeordnetenbezuege. Villeicht sollte man ein Gesetzesvorschlag einbringen, dass diese Bezuege an dem Anstieg von H4 gekoppelt ist.......
      • Andreas vor 6 Monaten
        Diätenerhöhung wurde dieses Jahr um rund 900,00 € eingeführt.
        Keine Diskussionen, kein Feilschen - das ging recht schnell.
        Wäre schön, wenn das auch mit dem Mindestlohn so ginge...oder den Renten...
    • Manfred G  •  vor 6 Monaten
      Haha. Beck ist DER Ober-Preistreiber wenn die GEZ-Gebühren erhöht werden. ER wird
      ja an die GEZ wohl nix zahlen. Steuern runter mit Herrn Beck nicht. Klar. Aber den
      Milliardenzahlungen für´s Ausland zustimmen. Bekannter Schaufensterredner.
    • Andreas  •  vor 6 Monaten
      Ausgeerechnet Beck, der Steuermillionen in der Nürburgringaffäre vernichtet hat...
    • Gabi  •  vor 6 Monaten
      Ist doch komisch,immer wenn es darum geht Otto normal Bürger zu entlasten,da geht es nicht aber wenn es darum geht unseren TOLLEN POLITIKERN!!!! die Diäten zu erhöhen dann sind alle alle dafür ohne nein Stimmen.Wer bezahlt denn denen die Diätenerhöhung natürlich die Steuerzahler.Wie ich immer sage,die Politiker sollen bei sich anfangen zu sparen und nicht dem Kleinen Steuerzahler alles wegnehmen.
    • Wildfire  •  vor 6 Monaten
      Die Steuerpläne sind doch echt für den #$%$ Was für Steuererleichterungen? Den einen Euro, den man spart, gibt man doppel und dreifach für andere Dinge, die erhöht werden wieder aus. Man Leute, wacht auf. Das ist doch alles nur Theater, um Euch kurzfristig zu besänftigen!
    • Lahmarsch  •  vor 6 Monaten
      so ein Hickhack mit den Erleichterungen für den Bürger

      schafft die GEZ ab , die Privaten finanzieren sich auch selbst oder wer den Schrott sehen will,kann wie bei Sky dafür bezahlen un zudem sollte der Soli-Beitrag zur Hälfte gesenkt werden
      • Sonja vor 6 Monaten
        Hallo Claudia Danke genau so soll es sein, dass die Köppe da oben nicht mal auf Ihre Bürger hören können...
    • Thomas M  •  vor 6 Monaten
      Ich hasse die SPD wie die FDP. Die haben die Arbeiter und Rentner voll in die rücken gefallen. Eine Sozial Partei habe ich andere vorstellung. Wir Rentner haben keine vertretung mehr in Berlin und selbstverstandig Karlsruhe, die hüter die Beamten rechten.
    • Robert  •  vor 6 Monaten
      Die paar Euro, die ich eventuell irgendwann mehr hätte, schenk ich gerne dem deutschen Staate. Vielleicht brauchen die Banken mal wieder Kohle - man weiß ja nie...
    • Cankuna  •  vor 6 Monaten
      Auf der einen Seite diese lächerliche Steuererleichterung - auf der anderen Seite die Erhöhung der pflegeversicherung
      Was für eine Verarsche - ich kann nur hoffen das Pack wird beim nächsten Mal nicht wieder gewählt werden!
      • Sabine vor 6 Monaten
        Wer soll denn dann gewählt werden?? Die, die einem nicht einmal die "lächerliche" Steuererhöhung gönnen???
      • Grantler vor 6 Monaten
        Egal was, ich nehme jede Steuererleichtung gerne entgegen, bin doch nicht bloed.
        Pflegeversicherung, tja, wenn die Leutchen auch immer wieder aelter werden........
    • up  •  vor 6 Monaten
      bei steuererleichterung denkt herr mustermann prima partei vergisst dabei das diese parteibonzen polittheater auf kosten der steuerzahler betreiben
    • Sonja  •  vor 6 Monaten
      na klar Beck mach mal, was anderes als Nein sagen kennen wir ja nicht von Dir und du willst uns in Zukunft regieren. Herrgott verschone uns von dem Übel...
    • C.W.M. M  •  vor 6 Monaten
      who cares....
    • Sonja  •  vor 6 Monaten
      ist doch klar, die Roten sagen immer nein...was hat denn schon die SDP zu bieten...nichts..nur hohle Köpfe und immer nein sagen, so will sie uns regieren, nein Danke
    • Kramer Andreas  •  vor 6 Monaten
      vernünftig hr beck und bringen sie nun die spd wieder auf kurs! damit sie wieder für arbeiter wählbar werden!
      • Benjamin vor 6 Monaten
        So lange Gabriel die Partei führt wird das leider nie passieren.
      • Sonja vor 6 Monaten
        so doch nicht du Unwissender
      • Grantler vor 6 Monaten
        ...und was hat Herr Beck Vernueftiges gesagt ausser: "gegen....größeren Kompensationen"? Villeicht ist er fuer kleinere Kompensationen?
        Da war doch der Steinmeier besser im Argument mit "Senkung der Neuverschuldung".
        Aber ehrlich, sollen wir wegen dem ganzen Griechen-Banken-Gerette nicht auch mal ein bischen Lichtblicke haben? Ein bischen Inflationsausgleich wenigstens.
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