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    Beckenbauer fordert "Auffrischung" im Bayern-Kader

    Löw dürfte "tief deprimierte Spieler" erwarten

    "Kaiser" Franz Beckenbauer fordert eine "Auffrischung", geht mit den Stars von Bayern München nach dem verlorenen Champions-League-Finale aber nachsichtig um. "Natürlich bin ich unendlich traurig, dass der FC Bayern diesen historischen Titelgewinn im eigenen Stadion verpasst hat. Aber wirklich nur traurig, nicht wütend auf die Mannschaft", schrieb der Ehrenpräsident des Rekordmeisters in seiner "Bild"-Kolumne.

    Der Leidtragende ist nach Überzeugung des Ehrenspielführers der Nationalmannschaft erst einmal Joachim Löw. "Der Bundestrainer bekommt in ein paar Tagen tief deprimierte Bayern-Spieler. Ihre psychische Verfassung ist verständlicherweise erbärmlich, Bastian Schweinsteiger fix und fertig. Ich hoffe, das neue Umfeld bei der Nationalelf richtet ihn wieder auf", schrieb Beckenbauer.

    Er sehe seine Bayern oft sehr kritisch, doch diesmal könne er keinem Spieler einen Vorwurf machen, schreibt Beckenbauer über die Finalniederlage im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea. "Sie haben so gespielt, wie man es gegen das Abwehrbollwerk Chelsea tun muss. Sie haben gekämpft, Leidenschaft gezeigt. Bis auf die schlechte Chancenauswertung kann ich nichts bemängeln." Beckenbauer ergänzt: "Ich sehe es so: Da oben im Fußball-Himmel hat einer dran gedreht und uns gequält. Es sollte einfach nicht sein."

    Einen Neuaufbau der Mannschaft hält Beckenbauer für unnötig: "Ich sehe nicht, dass Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge nun den völligen Umbruch des Teams vollziehen müssen. Eine Auffrischung ist jedoch dringend nötig, damit der Trainer in der künftigen Saison zum Beispiel in der Abwehr mehr Alternativen hat und mehr Konkurrenzkampf in die Mannschaft kommt." Dass Trainer Jupp Heynckes seinen Vertrag erfüllen werde, bezweifle er nicht.

    "Bei aller Enttäuschung nach dieser Saison: Dreimal Zweiter ist keine Traumbilanz. Aber eine Katastrophe ist es auch nicht", schrieb Beckenbauer.

    Übereinstimmenden Medienberichten zufolge holen die Bayern Claudio Pizarro von Werder Bremen zurück an die Isar. Der 33-Jährige soll in München, wo er bereits von 2002 bis 2007 auf Torejagd gegangen war, einen Einjahresvertrag erhalten. Pizarro hatte seinen Abschied aus Bremen nach insgesamt sechs Spielzeiten und 18 Toren in 29 Saisonspielen 2011/12 bekannt gegeben. Von den Bayern war zunächst keine Reaktion zu bekommen.

    Präsident Uli Hoeneß hatte nach dem dramatisch verlorenen Endspiel in der Champions League gegen den FC Chelsea am Samstagabend aber gefordert: "Unsere Bank muss besser werden." Das wäre mit Pizarro der Fall, der als erster Ersatz für die in Trainer Jupp Heynckes' 4-2-3-1-System gesetzte Sturmspitze Mario Gomez eingeplant wäre. Ob Routinier Pizarro aber in die von FCB-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer geforderte Kategorie "Auffrischung" passt, sei dahingestellt. Der Peruaner hat für die Bayern in 174 Ligaspielen 71 Tore erzielt, ist in München aber auch wegen seiner äußerst lebensbejahenden Art in Erinnerung.

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