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    Berger will europäische Ratingagentur vorantreiben

    Projektverantwortlicher wird Chef der neuen FirmA

    Die Unternehmensberatung Roland Berger will die Gründung einer unabhängigen europäischen Ratingagentur weiter voran treiben. "Das Projekt ist zu weit gediehen, um jetzt einfach aufzugeben", sagte der Aufsichtsrat-Chef von Berger, Burkhard Schwenker, der Onlineausgabe des "Manager Magazins". Die Initiatoren haben Schwierigkeiten, das notwendige Startkapital für die als Gegengewicht zu den drei US-Ratingagenturen geplante Agentur zusammenzubekommen und hatten den eigentlich für den Sommer geplanten Start kürzlich auf den Herbst verschoben.

    Der für das Vorhaben zuständige Berger-Partner Markus Krall soll die Unternehmensberatung laut "Manager Magazin" zum 1. Mai verlassen und dann Geschäftsführer der neuen Ratingagentur werden. Bis Anfang Juni solle die Gründung des Unternehmens sowie der zur Finanzierung dahinter stehenden Stiftung abgeschlossen sein. Dann sollten Unternehmensberatung und Ratingagentur auch unabhängig von einander agieren.

    Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit und Ausfallrisiken von Unternehmen, Staaten und Wertpapieren. Den weltweiten Markt beherrschen die drei US-Unternehmen Standard & Poor's, Moody's und Fitch. Sie sind massiv in die Kritik geraten: Im Zusammenhang mit der Finanzkrise wurde kritisiert, dass sie komplexe Finanzpapiere auf der Grundlage von US-Immobilienkrediten zu gut bewerteten. In der Euro-Schuldenkrise wurde ihnen vorgeworfen, die Krise durch das Herabstufen der Kreditwürdigkeit von Ländern noch verschärft zu haben.

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