Das Bundesinnenministerium hat einen Bericht des Senders MDR dementiert, wonach der Einmarsch saudiarabischer Truppen zur Niederschlagung der Protestbewegung in Bahrain im März in einem internen Ministeriumsschreiben als "Sicherungsmaßnahme wichtiger Infrastruktur" bezeichnet wird. Bei dem zitierten Dokument handele es sich um ein Schreiben der Bundespolizei, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin.
Laut MDR heißt es in dem Schreiben vom 29. März, Saudi-Arabien habe "1000 Mann Nationalgarde nach Bahrain entsandt (...), um dort kritische Infrastruktur zu schützen". Bei den Protesten im Februar und März waren nach offiziellen Angaben 24 Menschen ums Leben gekommen, hunderte Oppositionelle wurden festgenommen. Der MDR hatte das Innenministerium mit der Aussage zitiert, es handle sich um ein internes Papier, welches das Ministerium deshalb auch nicht öffentlich kommentiere.
Ein Ministeriumsprecher erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: "Es hat kein Rundschreiben des Bundesinnenministeriums gegeben, insbesondere nicht mit diesem Inhalt." Vielmehr handele es sich um ein internes Schreiben der Bundespolizei an Bundespolizisten, die in Saudi-Arabien eingesetzt seien. Die Bundespolizei untersteht dem Bundesinnenministerium.
Der stellvertretende innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Hartmann, sagte dem MDR, "wer den blutigen Einsatz saudischer Polizisten zur Niederschlagung der Unruhen im Nachbarstaat Bahrain als Schutz der Infrastruktur verharmlost, veralbert die eigenen Mitarbeiter in einem schwierigen Einsatz". Dass das Innenministerium so mit den eigenen in Saudi-Arabien eingesetzten Polizisten Desinformation betreibe, sei ein "politischer Skandal".


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