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    Berlusconi weist alle Vorwürfe in Rubygate-Affäre zurück

    Italienischer Ex-Regierungschef erscheint in Mailand vor Gericht

    Teilnehmer seine "Bunga Bunga"-Partys berichten von Sex, Striptease und wilden Feiern, Gastgeber Silvio Berlusconi bestreitet dies: Auch bei seinem zweiten Auftritt im sogenannten Rubygate-Prozess versicherte der ehemalige italienische Regierungschef am Freitag, weder habe er Sex mit Minderjährigen gehabt, noch habe es überhaupt Sex bei seinen Feiern gegeben. Und seine Macht habe er auch nicht missbraucht.

    Bei dem Verfahren in Mailand geht es um ausschweifende Partys in Berlusconis Villa in Arcore in der Nähe der italienischen Metropole. Berlusconi wird vorgeworfen, im Jahr 2010 mit der zur Tatzeit minderjährigen Nachtclub-Tänzerin Karima al Mahrough alias Ruby Rubacuore Sex gehabt zu haben. Später soll der Regierungschef sein Amt missbraucht haben, um die wegen Diebstahls festgenommene Marokkanerin freizubekommen. Bei einer Verurteilung wegen Prostitution von Minderjährigen und Machtmissbrauch drohen ihm bis zu drei beziehungsweise bis zu zwölf Jahren Haft.

    Wie schon bei seinem ersten überraschenden Auftritt im April versicherte der 76-jährige Medienzar, bei seinen Partys habe es sich um "elegante Abendessen" gehandelt. Niemals habe er Callgirls eingeladen, niemals habe er seinen jungen weiblichen Gästen für "intime Beziehungen" Geld gezahlt. Und vor allem: Niemals sei er mit Ruby intim geworden. "Ich war mir sicher, dass sie 24 (Jahre alt) war, wie sie selbst sagte," versicherte Berlusconi weiter. Er habe ihren Geschichten geglaubt und sei selbst schockiert gewesen, als er erfahren habe, dass sie diese frei erfunden habe.

    Zu den Feiern, die unter dem Begriff "Bunga Bunga" bekannt wurden, werde viel "fantasiert". "Bunga Bunga" - wobei es sich laut einigen Zeuginnen um eine Art "Schoßtanz" handelte - sei "lediglich ein Witz gewesen, den ich gerne erzählte und der dann von der Presse aufgespießt wurde", sagte der 76-Jährige vor den drei Richterinnen weiter. Er warf Medien und Anwaltschaft erneut eine Diffamierungskampagne gegen ihn und seine Gäste vor. Berlusconi nutzte bei seinem Auftritt die Möglichkeit einer "spontanen Einlassung" - wäre er als Zeuge aufgetreten, hätte er sich den Fragen der Staatsanwaltschaft stellen müssen.

    Nach Informationen des "Corriere della Sera" bereitet der Prozess dem vor knapp einem Jahr zurückgetretenen Ex-Regierungschef, der jahrelang die italienische Politik dominierte, ernsthafte Sorgen. "Er verdirbt ihm seine Tage, raubt ihm den Schlaf", berichtet das Blatt. "Er weiß, dass er sein Image als Staatsmann ernsthaft beschädigen kann." Am Freitag sagte Berlusconi, Medienberichten zufolge sei das Gericht schon jetzt zu seiner Verurteilung entschlossen. "Ich hoffe, dies stimmt nicht, denn sonst wäre dies ein unzivilisiertes und barbarisches Land."

    Im Gegensatz zu Berlusconis erstem Gerichts-Auftritt war das Interesse der Medien dieses Mal deutlich geringer. Die Schlagzeilen dominieren derzeit die Korruptionsskandale, in die seine Partei PDL verwickelt ist.

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