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    Biblisches Erdbeben: Forscher wollen Jesus' Todestag herausgefunden haben

    Christus' Todestag, wie man ihn sich in der Karwoche in Venezuela vorstellt. (Bild: AFP) Das genaue Datum der Kreuzigung Jesu war lange ein Mysterium. Deutsche und amerikanische Forscher wollen jetzt jedoch herausgefunden haben, dass Freitag, der 3. April des Jahres 33, der Tag des Todes von Jesus von Nazaret war. Die Hinweise für die mutmaßliche Lösung des Rätsels fanden die Forscher verborgen in der Bibel selbst - und den Erkenntnissen über Erdbeben in jener Zeit.

    „Das Datum und der Wochentag (Karfreitag) des Todes sind eigentlich gut belegt“, sagte der Geologe Jefferson Williams dem Magazin „Discovery News“. Nur das Jahr stellte die Forscher vor ein Rätsel. Für ihre Untersuchung, die in der Fachzeitschrift „International Geology Review“ publiziert wurde, wählten Williams und sein Team nun einen ungewöhnlichen Ansatz, um auch das Geheimnis um das Jahr zu lüften: Sie untersuchten die seismischen Aktivitäten in der Region zu jener Zeit.

    Denn liest man die Bibel sehr genau, so waren die Erdplatten anscheinend aktiv am Tag des Todes Christi. „Jesus schrie noch einmal laut auf. Dann hauchte er den Geist aus“ – so schildert Matthäus (27,32) in seinem Evangelium das Ereignis. „Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich.“

    Gemeinsam mit seinen Kollegen Markus Schwab und Achim Brauer vom deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam untersucht Jefferson Williams derzeit die Bodenschichten um die Oase En Gedi in der Negev-Wüste in Israel. Ihr Interesse gilt den sogenannten „Warven“, auch „Jahresschichten“ genannt. Das sind Sedimente, die Einblick gewähren können in die Plattenaktivität vor Jahrtausenden.

    Die Forscher fanden heraus, dass zwei massive Erdbeben die Region zu jener Zeit erschüttert haben: ein großes, das im Jahre 31 weite Teile der Region erfasst haben muss, und ein weiteres, das irgendwann zwischen den  Jahren 26 bis 36 nach Christi stattfand - etwa zu der Zeit, als Pontius Pilatus Statthalter Roms in Judäa war. Dieses zweite Erdbeben, so vermuten die  Geologen, ist jenes im Matthäus-Evangelium.

    Die Wissenschaftler sind sich natürlich im Klaren darüber, dass das Beben allegorischer Natur gewesen sein könnte, also lediglich ein sprachliches Stilmittel Matthäus‘ und nicht real. Auch dass es vor oder nach der Kreuzigung stattgefunden haben kann und lediglich von Matthäus mit ihr in Verbindung gebracht wurde, ist denkbar.

    Um das Jahr des Todes Jesu zu bestimmen, reichten die Erkenntnisse daher noch nicht aus - deshalb bezogen die Wissenschaftler andere kulturelle und theologische Faktoren in ihre Untersuchung mit ein. So etwa Indizien aus der Bibel selbst: Alle vier Evangelien sind sich einig, dass sich der Tod Christi an einem Freitag während der Amtszeit von Pontius Pilatus ereignete, wenige Stunden vor dem Beginn des jüdischen Sabbat. Auch glichen sie die seismischen und astronomischen Daten mit dem jüdischen Kalender ab. Legt man alle Faktoren zusammen, ist der Freitag, der 3. April 33, das wahrscheinlichste Todesdatum Jesu. Derzeit untersuchen Williams und sein Team noch einen weiteren Faktor: Die im Evangelium erwähnte dreistündige Dunkelheit nach der Kreuzigung. Ein mögliches allegorisches Mittel um einen Staubsturm zu beschreiben – der auch in Zusammenhang mit dem Erdbeben stehen könnte.

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