Birma hat einem Medienbericht zufolge die Zensur für mehr als 50 Zeitungen, Magazine und Zeitschriften aufgehoben. Von der Reform ist zunächst jedoch vor allem die Wirtschaftspresse betroffen, wie die Zeitung "Myanmar Times" berichtet. Die Aufhebung der Medienkontrolle gilt nach Angaben von Zensur-Chef Tint Swe vorerst noch nicht für die Nachrichten-Presse sowie für Medien mit den Schwerpunkten Erziehung und Religion. Diese Medien sollen seinen Angaben zufolge in einer Übergangsphase "Selbst-Zensur" üben, bis ihnen ein neues Mediengesetz dieselben Rechte einräumt.
Ein Zeitpunkt für ein neues Mediengesetz wurde nicht genannt. Zensur-Chef Tint Swe hatte bereits im Oktober erklärt, dass die Pressezensur "nicht im Einklang mit der Demokratie" stehe und abgeschafft werden solle.
Bislang galt die Zensur in Birma als besonders streng. Zahlreiche Journalisten sitzen im Gefängnis, die Organisation Reporter ohne Grenzen führt das Land in ihrer weltweiten Rangliste zur Pressefreiheit auf Platz 174 von 178. Zuletzt hatte Birma im Juni erste Erleichterungen der Zensur beschlossen. Damals wurden vor allem Sportzeitungen und Unterhaltungsmagazine von der Kontrolle durch den Staat befreit. Wie die Staatszeitung "New Light of Myanmar" berichtet, ist zudem eine Lockerung der Zensur bei Filmen geplant.
Birmas Regierung hat seit den umstrittenen Wahlen im November vergangenen Jahres mehrere Reformenschritte unternommen, um die internationale Isolation des Landes zu beenden. Im März löste sich die Militärjunta auf und übergab die Macht formell an eine zivile Regierung. Zu den Maßnahmen gehörte auch die Aufhebung des Hausarrests der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.


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