Das Wochenende war erneut sehr unwetterträchtig. Schon wieder kam es zu zahlreichen Toten, die meisten der Opfer starben durch Blitzschlag. Zudem gab es vor allen Dingen in Sachsen zum Teil heftige Regenfälle und Überflutungen. Bei vielen Menschen wurden Erinnerungen an die Elbeflut vor fast genau zehn Jahren wach. Sie fragen sich: Droht ein neues Jahrhunderthochwasser?
Diplom-Meteorologe Dominik Jung von www.wetter.net kann die Menschen beruhigen: „Nein, die Wetterlage ist aktuell eine völlig andere als 2002. Damals handelte es sich um eine sogenannte Vb-Wetterlage. Dabei gab es in weiten Teilen Ostdeutschlands und Osteuropas lang anhaltende und vor allen Dingen flächendeckende heftige Regenfälle. So fielen im Erzgebirge teilweise über 300 Liter Regen pro Quadratmeter und das in nur 24 Stunden. Bei den Unwettern vom Wochenende handelt es sich vielfach nur um regional begrenzte Erscheinungen. Das für eine Vb-Wetterlage typische Mittelmeertief, welches damals den heftigen Regen brachte, ist nicht vorhanden."
Allerdings gibt Jung zu bedenken, dass die Wetterlage diesen Sommer wie damals sehr wechselhaft ist. Die große Unbeständigkeit wird den Langfristberechnungen von wetter.net zufolge auch in den kommenden Wochen weitergehen. Das erhöht natürlich auch das Risiko, dass in den nächsten Wochen weitere unschöne Unwetterüberraschungen drohen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich daraus die eine oder andere Hochwassersituation einstellen kann, so der Wetterexperte. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist derzeit überdurchschnittlich hoch.
In den nächsten Tagen bleibt es im Osten zunächst wärmer als im Westen. Die gute Nachricht: So heftige Schauer und Gewitter wie in den letzten zehn Tagen wird es höchstwahrscheinlich erstmal nicht mehr geben.
Die Temperaturen in den nächsten Tagen zeigen zum Wochenende einen deutlichen Abwärtstrend — ein Hauch von Herbst liegt in der Luft:
Montag: 18 bis 25 Grad
Dienstag: 20 bis 27 Grad
Mittwoch: 17 bis 27 Grad
Donnerstag: 17 bis 22 Grad
Freitag: 14 bis 28 Grad
Samstag: 13 bis 21 Grad
Sonntag: 15 bis 22 Grad
Die Nachtwerte rutschen vermehrt in den einstelligen positiven Bereich, da sollte man morgens schon wieder eine Jacke oder einen Pullover parat halten.
Das Wetter gibt sich dabei weiter wechselhaft: Sonne, Wolken und Schauer wechseln sich ab, dazwischen kann es auch mal blitzen oder donnern.
„So wird es dann auch erstmal bis zum Ende der zweiten Julidekade weitergehen. Erst um den 20. Juli rum steht wohl eine erneute kräftige Erwärmung an", erklärt Diplom-Meteorologe Jung.
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