Wenn man heutzutage an sexuell übertragbare Krankheiten (sexually
Bildquelle: Fotoliatransmitted diseases, STDs) denkt, dann fallen einem sofort prominente Vertreter ein: HIV, HPV und Hepatitis-B als Viruserkrankungen oder Tripper und Syphilis als bakteriell verursachte Infektionen, die beim Sex von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Eine sehr weit verbreitete, relativ unbekannte und auf jeden Fall ernstzunehmende sexuell übertragbare Krankheit ist die Chlamydien-Infektion. Wie kann man sich infizieren? Gibt es Symptome? Warum können Frauen nach einer Infektion unfruchtbar werden und was hat eine Chlamydien-Infektion eigentlich mit Rheuma zu tun? Felix Gussone klärt die wichtigsten Fragen:
Chlamydien (griechisch Chlamydos = Mantel) sind winzige kugelförmige Bakterien, die so klein sind, dass sie sich in unseren Körperzellen als Zellparasiten einnisten können. Die Regionen, die sie am liebsten bewohnen, sind die Schleimhäute. Deswegen ist es auch möglich, dass Chlamydien nach Schmierinfektion nicht nur den Genitalbereich, sondern auch Augen- und Atemwege besiedeln und dort Probleme verursachen.
Wegen den weitreichenden Folgeschäden besitzt die Chlamydien-Infektion im Uro-Genitaltrakt aber die größte Relevanz. Noch vor Tripper und Syphilis ist die Infektion mit Chlamydien einer der häufigsten Geschlechtskrankheiten überhaupt: Je nach Altersgruppe sind bis zu zehn Prozent der Bevölkerung mit Chlamydia trachomatis infiziert.

