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    Die Katarakt: Trübe Linse, Grauer Star

    Der Graue Star ist weltweit die häufigste Ursache für eine Erblindung. Grund genug, um die "Katarakt" mal genauer zu betrachten. Was ist der UnterschiedBildquelle: Fotolia zum "grünen Star"? Wer erkrankt am häufigsten? Wie wird therapiert und warum haben Menschen mit grauem Star auf Fotos mit Blitzlicht keine roten Augen mehr? Diese und weitere Fragen klärt Yahoo! Nachrichten:

    Die Linse im menschlichen Auge besitzt zwei grundlegende Eigenschaften: Sie ist einerseits durchsichtig, damit die Umwelt als klares Bild auf der Netzhaut abgebildet wird. Andererseits ist die Linse weich und flexibel. Dies ist wichtig, damit sie durch die Augenmuskeln verformt werden kann und uns dadurch der Blick in die Ferne als auch das Scharfstellen auf Gegenstände in der Nähe (Akkomodation) gelingt. Mit zunehmendem Alter eines Menschen nimmt die Flexibilität der Augenlinse jedoch ab und führt oft zu Alterweitsichtigkeit (Presbyopie).

    Viel schlimmer ist allerdings die Zunahme der Flüssigkeitsmenge in der Linse: Die Linse trübt ein - der „Graue Star" beginnt.

    Grauer Star - Grüner Star? Was ist was?

    In der Augenheilkunde versteht man unter dem Grauen Star - die richtige Bezeichnung ist die Katarakt (weiblich) - jegliche Formen der Linsentrübung. Der Begriff „Star" hat nichts mit dem Vogel „Star" zu tun sondern leitet sich von dem mittelhochdeutschen Begriff „starblint" ab. Hiermit ist der starre Blick der Blinden gemeint. Im fortgeschrittenen Stadium zeichnet sich außerdem hinter der Pupille eine gräuliche Färbung ab. Hieraus ergibt sich außerdem das Wort „Katarakt". Es bedeutet Wasserfall - früher glaubte man, die graue Farbe sei eine geronnene Flüssigkeit, die sich wie ein „Wasserfall" über die Linse ergieße.

    Der Graue Star ist nicht zu verwechseln mit dem Grünen Star (Synonym: Glaukom), der eine Sehnervschädigung aufgrund von erhöhtem Augeninnendruck beschreibt und ein völlig anderes Krankheitsbild darstellt.

    Katarakt ist die häufigste Erblindungsursache weltweit

    Die Katarakt ist weltweit die häufigste Ursache für den Verlust des Augenlichtes. Von 50 Millionen Erblindungen entstehen 20 Millionen durch die Katarakt. Besonders schlimm steht es um die Entwicklungsländer, bei denen die Häufigkeit der Erblindung durch schlechte medizinische Infrastruktur und fehlende operative Eingriffe erheblich höher liegt als bei uns. Außerdem können dort sogar schon Kinder aufgrund von Mangelernährung früh von der Krankheit betroffen sein.

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    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat  deswegen das Programm „Vision 2020" ins Leben gerufen, das diese und andere Formen vermeidbarer Blindheit soweit wie möglich senken soll.

    Grauer Star im Alter trifft fast jeden

    In Deutschland tritt die Katarakt überwiegend bei Menschen auf, die das 60. Lebensjahr überschritten haben. Nach Angaben des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschland e.V. leiden weit über 90 Prozent der Bevölkerung zwischen 65 und 75 Jahren an einem Grauen Star. Hier spricht man vom Alterskatarakt (Cataracta senilis), der mit 90 Prozent aller Kataraktfälle die häufigste Art des Grauen Star darstellt.

    Der Graue Star im Alter kann als normaler, physiologischer Alterprozess gesehen werden, der im Laufe des Lebens auftreten kann. Neben einer genetischen Disposition macht man bestimmte Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Diabetes mellitus, UV-Licht und starke Kurzsichtigkeit diskutiert dafür verantwortlich.

    Diabetes oder Schlag auf's Auge

    Vom Alterskatarakt wird der erworbene graue Star abgegrenzt. Er hat immer eine bestimmte Ursache, die auf Dauer zur Ausprägung einer Linsentrübung führt. Die Einnahme von Kortison über einen langen Zeitraum, eine erhöhte Strahleneinwirkung auf das Auge oder Mangelernährung können die Zusammensetzung der Linse verändern und so zur Eintrübung des Gewebes führen. Dies passiert auch bei der am häufigsten zur Katarakt führenden Grunderkrankung Diabetes mellitus.

    Auch als Folge einer Prellung, etwa durch einen Schlag auf das Auge, einen Tennisball oder einen Unfall, kann es zur Verletzung der Linsenkapsel und dadurch zum Eintritt von Flüssigkeit in die Linse kommen. Sie quillt auf und trübt sich.

    Erblindung erst im späten Stadium

    Von den Menschen, die ab dem 60. Lebensjahr einen Grauen Star entwickeln, nimmt  laut dem Berufsverband der Augenärzte Deutschland lediglich die Hälfte bis zum 75. Lebensjahr eine Beeinträchtigungen ihres Sehvermögens wahr. Ein grauer Star beeinträchtigt die Sehkraft also oft erst in einem späten Stadium - doch dann wird die Lebensqualität drastisch reduziert: Die Umwelt erscheint unscharf, verschleiert, matt und verzerrt. Die Patienten beschreiben das Gefühl, alles „durch ein Milchglas oder wie im Nebel" zu betrachten.

    Die getrübte Linse lässt außerdem Kontraste verblassen und Farben an Leuchtkraft verlieren. Das Auge reagiert empfindlich auf Blendung durch helles Licht, wie etwa beim nächtlichen Autofahren. Im Spätstadium des grauen Stars wird die Sehkraft dann so drastisch herabgesetzt, dass es zur Erblindung kommt und die Graufärbung der Pupille von außen sichtbar wird.

    Die Linse ist dann so getrübt, dass betroffenen Menschen auf Fotos mit Blitzlicht keine „roten Augen" mehr haben. Das „rote Auge" ist nichts anderes als die gut durchblutete Netzhaut im hinteren Auge, die durch eine klare Linse sichtbar wird. Ist die Trübung bei der Katarakt weit fortgeschritten, so „versperrt" die Linse den Blick ins hintere Auge.

    Katarakt-OP ist der häufigste Eingriff weltweit

    Laut dem Deutschen Ärzteblatt ist die Operation der Katarakt die weltweit am häufigsten durchgeführte Operation. Alleine in Deutschland werden 600.000 Fälle pro Jahr operativ behandelt. Das Vorgehen ist deshalb in der Augenheilkunde Routine und nicht schwer zu verstehen: Die trübe Linse wird einfach durch eine Kunstlinse (Intraokularlinse) aus Acryl oder Silikon ersetzt.

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    Für den Eingriff genügt oft eine örtliche Betäubung und die Behandlung wird ambulant durchgeführt, wenn es Alter und Leben des Betroffenen erlauben. Zuvor ist es jedoch wichtig, den passenden Zeitpunkt für eine Operation zu wählen. Dieser wird vom Patienten in Absprache mit seinem Augenarzt gewählt. Denn nur der Betroffene selbst kann am besten individuell darüber Auskunft geben, wie stark die Trübungen den Alltag bereits beeinflusst.

    Vorsorgeuntersuchung für Katarakt?

    Generell wird von Augenärzten empfohlen, ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig die Augen untersuchen zu lassen. Diese Vorsorgeuntersuchungen betreffen besonders die Kontrolle des Augeninnendrucks, der ab 40 Jahren alle ein bis zwei Jahre untersucht werden sollte. Routinemäßig wird natürlich auch ein Sehtest durchgeführt und die sogenannte „Spaltlampenuntersuchung", bei der ein Augenarzt die Linse betrachtet und Veränderungen wie eine Trübung beurteilen kann. Diese Untersuchungen werden jedoch von den meisten Krankenkassen nicht als Vorsorgeleistung bezahlt.

    Sicherlich ist es immer sinnvoll, eine Erkrankung früh zu entdecken - so auch bei der Katarakt. Anders als beim steigenden Augeninnendruck kann das Fortschreiten der Linsentrübung jedoch nicht zufriedenstellend aufgehalten werden. Beim Grauen Star kommt es bei starker Beeinträchtigung der Sehstärke zwangsläufig zur Operation. Der Sinn einer Vorsorgeuntersuchung für die Katarakt sollte deswegen mit dem Haus- oder einem Augenarzt besprochen werden.

    Autor: Felix Gussone

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