Schluss mit Brille dank LaserlichtImmer mehr Menschen wünschen sich ein Leben ohne Brille und Kontaktlinsen - und entscheiden sich für einen Laser-Eingriff oder Linsenimplantat, um ihre Sehschwäche zu korrigieren. Doch nicht für jeden ist die Methode geeignet. Die Vor- und Nachteile im Überblick:
Auch wenn in der heutigen Zeit modische Gestelle im Gesicht bei vielen jungen Leuten wieder absolut en vogue sind, können sich manche Menschen partout nicht mit einer Brille anfreunden - auch wenn sie noch so leicht ist und den Träger sogar intellektuell aussehen lässt. Als vielversprechend gehandelte Alternative zu Omas Hornbrille gibt es für die 50 Millionen deutschen Bürger mit Sehschwäche natürlich noch die Kontaktlinsen. Wer diese jedoch schon mal in einem Raum mit trockener Luft und vielen Rauchern getragen hat, der weiß, dass Kontaktlinsen in diesen Fällen auch schon mal unangenehm werden können.
Goodbye Brille
Glücklicherweise gibt es da in unserer heutigen Zeit eine vielversprechende Alternative. Sie heißt Laser und befreit Brillen-Hasser und Linsen-Leidende von ihren täglichen Fremdkörpern im Gesicht. Trotzdem lassen sich bis jetzt nur rund 100.000 Deutsche pro Jahr ihre Fehlsichtigkeit mit Laser-Licht korrigieren. Dabei liegt die Erfolgsquote der populärsten Methode, die in Fachkreisen auch als Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK) bezeichnet wird, in guten Augenzentren sogar bei über 90 Prozent. In einer Studie der Universität Frankfurt am Main können sich sogar 95 Prozent aller LASIK Behandelten nach einem Jahr über ein optimales Ergebnis und ein Sehvermögen ohne Brille oder Kontaktlinsen freuen.
Die verbleibenden fünf Prozent konnten sich übrigens auch über eine Verbesserung der eigenen Sehkraft freuen, wenn auch geringer ausgefallen, denn Komplikationen sind bei einer LASIK-Behandlung die Ausnahme. Die Rate schwerwiegender Komplikationen wird von dem Eye Surgery Education Council auf unter ein Prozent beziffert.
Wem kann LASIK helfen?
Will man sich an die deutschen Richtlinien halten, so gilt laut der Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft (DOG), dass LASIK für eine Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien und einen Astigmatismus bis +3 Dioptrien als wissenschaftlich anerkannt gilt. In Kliniken im In- und Ausland wird jedoch oft auch mit breiteren Erfolgsversprechen geworben. Demnach soll LASIK ebenfalls Menschen mit einer Weitsichtigkeit bis maximal +4 Dioptrien helfen. Ein seriöses Beratungsgespräch und Erfahrungsberichte der jeweiligen Klinik sollten deswegen immer eine Voraussetzung für eine solche 20 Minuten lange Augen-OP sein.
Vor- und Nachteile
Die Vorteile von LASIK bestehen in dem sehr geringen Schmerzaufkommen während und nach der OP, dem im Vergleich zu Implantaten geringen Infektionsrisiko und natürlich der sofortigen Verbesserung der Sehkraft. Das waren die guten Nachrichten. Jetzt ein paar schlechte: Die Kosten für eine LASIK Behandlung können von Klinik zu Klinik variieren und belaufen sich im Durchschnitt auf 800 bis 2000 Euro pro Auge. Verbindliche Preise können jedoch erst nach einem ärztlichen Beratungsgespräch genannt werden.
Außerdem wird der Eingriff in die Sehkraft von gesetzlichen Krankenkassen in den meisten Fällen als kosmetischer Eingriff angesehen und deswegen nicht übernommen - es sei denn, man kann große physische und psychische Probleme nachweisen, die mit dem Tragen einer Brille oder Kontaktlinsen verbunden sind. Nach der OP berichten Patienten außerdem gelegentlich über Blendeeffekte und häufiger über trockene Augen. Beide Phänomene sind jedoch in den allermeisten Fällen nur vorübergehend und können durch Augentropfen oder Salben behandelt werden. Deswegen spricht man hier auch nicht von einer "Komplikation".
Was muss beachtet werden?
Es gibt auch Menschen, deren Hornhaut nicht dick genug ist, die an chronischen Hornhauterkrankungen, einem Glaukom, Katarakt oder einer Autoimmunkrankheit leiden. Für Patienten mit diesen strengen Kontraindikationen gilt: Eine LASIK-Behandlung ist hier fehl am Platz. In einem Beratungsgespräch mit dem Arzt kann dann über alternative Laser-Behandlungen wie LASEK und INTRALASIK gesprochen werden.
Für stärker Fehlsichtige sind zudem Kunstlinsen eine Alternative, durch die sich Weitsichtigkeit bis acht Dioptrien und Kurzsichtigkeit bis minus 16 Dioptrien korrigieren lassen. Auch bei einer Hornhautverkrümmung bietet sich die Methode an, bei der eine Kunstlinse ins Auge gesetzt wird.
Zum Schluss noch eine Warnung: Im Ausland werden Brillen-Überdrüssige oft mit niedrigen Preisen und gleichzeitig hoher Qualität einer Augenlaserbehandlung umworben. Wenn es ums Augenlicht geht, so soll man jedoch nicht an der falschen Stelle sparen. Deshalb gilt: In Deutschland und besonders im Ausland ist eine genaue Vorbereitung obligatorisch. Ein Prüfungsverfahren des TÜV Süd und ein Gütesiegel sind erste Anhaltspunkte die zeigen, dass die Behandlung nach deutschen Qualitätsstandards durchgeführt wird.
Autor: Felix Gussone / ZEITjUNG
Bild: thinkstock
