Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit - doch viele Betroffene wissen überhaupt nichts von ihrer Erkrankung. Das ist gefährlich: Bluthochdruck kann im Körper an vielen Stellen Schäden anrichten und führt schlimmstenfalls zum Herzinfarkt. Was viele nicht wissen: Auch viele junge Menschen sind betroffen.
Verdrückte Angelegenheit: Volkskrankheit BluthochdruckMan mag es kaum glauben, aber zwei lächerliche Zahlen können das Leben eines Menschen ernsthaft beeinflussen. Ja, ein paar Ziffern sind in der Lage, die Zeit auf dieser Erde entweder zu verlängern oder zu verkürzen. Ein bisschen viel Macht für zwei Hausnummern - doch das ist die Realität.
Die Rede ist von den beiden Zahlen, die den Blutdruck im menschlichen Körper beschreiben: Der systolische und diastolische Wert, also der Druck, mit dem das Blut durch die Adern im Körper fliest. Idealerweise beträgt dieser 120 zu 80 mmHg. Ideal ist allerdings selten. So selten, dass in Deutschland jeder vierte Bürger an der Volkskrankheit Bluthochdruck leidet.
Wie weiß ich, dass ich Drücker bin?
Leider ist der Bluthochdruck eine Krankheit, die man nicht so einfach bemerkt wie einen fiesen Ausschlag im Gesicht. Deswegen haben die meisten Menschen manchmal jahrzehntelang keinerlei Beschwerden und leben unwissend mit ihrer Krankheit. Das Heimtückische dabei: Ein dauerhaft zu hoher Druck in den Adern kann Gehirn, Augen, Nieren und vor allem Herz und Gefäße schädigen und dadurch Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfälle begünstigen.
Die Leitlinien zum Thema Bluthochdruck sind einfach: Bis 140 zu 90 mmHg gilt der Blutdruck als normal bis leicht erhöht. Dann wird in den meisten Fällen nicht therapiert. Alles was drüber liegt bedarf eindeutig medikamentöser Therapie.
Wer Klarheit über den eigenen Rohrdruck haben will, der leiht oder kauft sich für wenige Euro ein Blutdruckmessgerät und folgt der Anleitung. Übrigens: Auch in jeder guten Apotheke kommt man dem Wunsch gerne nach.
Auch viele junge Leute betroffen
Wer jetzt denkt "Ich bin jung, ich brauch das nicht, ich hab' das nicht", kann falsch liegen. Der Grund: Der Blutdruck ist weniger altersabhängig, als dass er vom Lebensstil beeinflusst wird. Ja, es mag abgedroschen klingen, doch die Wahrheit über den Lebenswandel kann man nicht zu oft wiederholen: Körperliche Betätigung, salzarme Ernährung und Vermeidung von Stress beeinflussen den Blutdruck positiv. Rauchen, Übergewicht und Alkohol begünstigen das Gegenteil. Das gilt auch oder gerade für junge Erwachsene. Besonders in jungen Jahren sollte man wissen, dass jede Senkung des Blutdrucks auf normale Werte einen Gewinn an Lebensqualität und Lebensjahren bringt.
Und was, wenn doch?
Sollte die Änderung des Lebenswandels dann doch nicht den erwünschten Erfolg bringen - keine Panik! Die Therapie von Bluthochdruck ist ausgeklügelt, vielversprechend und eindeutig lebensverlängernd. Zunächst versucht der Arzt den Blutdruck durch entwässernde Medikamente zu senken. Das heißt auf Gutdeutsch: Mehr pinkeln, geringerer Blutdruck. Sollte diese Therapie nicht helfen, dann greifen Beta Blocker und ACE-Hemmer. Mit dieser Kombination kann jeder Blutdruck gesenkt werden. Vorausgesetzt die Medikamente werden nicht morgens zum Kaffee-Kippen-Frühstück eingenommen.
Das Gegenteil gibt's auch
In der Reihe der Blutdruck-Probleme sei auch noch der zu niedrige Blutdruck erwähnt. Dieser ist im Gegensatz zum Bluthochdruck nicht gefährlich, sondern erhöht sogar die Lebenserwartung. Trotzdem ist ein dauerhaft zu niedriger Blutdruck für die Lebensqualität nicht unbedingt förderlich: Betroffene können leicht ohnmächtig werden, stürzen und sind oft abgeschlagen und müde. Eine unschöne Kombination für die Autobahn.
Lesen Sie auch: Sehnenscheidenentzündung im Büro muss als Berufskrankheit anerkannt werdenBei der Therapie setzen die Ärzte auf klassische Methoden wie Sport, Wechselduschen und Gymnastik. Auch kochsalzreiche Mahlzeiten mit viel Flüssigkeit können hilfreich sein. Medikamente werden hingegen nur selten verordnet.
Autor: Felix Gussone / ZEITjUNG
Bild: thinkstock
