Doch wie Experten beurteilen Experten die Lage und – was bringen private Spenden? Yahoo! Nachrichten gibt einen Überblick über die wichtigsten Fakten:
Wie konnte es zu einer solchen Hungersnot kommen?
Für die Entwicklung der schweren Hungersnot machen Experten vor allem drei Faktoren verantwortlich: die starke Dürre, den geringen Einfluss der Regierung und die extreme Armut.
Das Ausbleiben von Regenfällen hat über die letzten Monate hinweg zur schlimmsten Dürre seit 60 Jahren geführt. Ernten und Viehbestände dezimierten sich. Hinzu kommen die steigenden Preise von Grundnahrungsmitteln und Probleme mit deren Verfügbarkeit durch Ressourcenkonflikte. In Somalia herrscht zudem seit 20 Jahren Bürgerkrieg.
Shannon Scriber von Oxfam erklärte gegenüber Yahoo! Nachrichten: „In Somalia gibt es seit 22 Jahren keine Regierung mehr. Es tobt ein Bürgerkrieg. Die Menschen dort leiden unter extremer Armut. Wenn Sie jetzt die schlimmste Dürre seit 60 Jahren dazu nehmen, dann sehen Sie, dass die Menschen keine Möglichkeiten haben. Sie haben keine Lebensmittelreserven. Sie haben auch kein Vieh, und vielen Menschen, die Vieh hatten, ist es verhungert.
Wie viele Menschen sind betroffen?
Das Auswärtige Amt geht derzeit von circa elf Millionen Menschen aus, die von der Hungersnot betroffen sind.
Laut Oxfam sind bereits 800.000 Somalier in Flüchtlingslager nach Kenia und Äthiopien geflohen. Man geht von circa 1,5 Millionen Menschen aus, die im Moment aus ihren Häusern vertrieben worden sind. Scribner spricht von 9.000 neuen somalischen Flüchtlingen pro Woche, die nach Kenia fliehen, und rund 3.000 Flüchtlingen, die nach Äthiopien aufgebrochen sind. Experten rechnen damit, dass sich die Zahl der Flüchtlinge noch weiter erhöhen wird.
War die Hungersnot in Somalia zu verhindern? War die Weltgemeinschaft nicht besser vorbereitet?
Um es auf den Punkt zu bringen, kann man verschiedene Stimmen zusammenfassen und muss sagen, dass diese Hungersnot vorhersehbar war.
„Wir sollten im 21. Jahrhundert keine Hungersnot mehr auf dieser Welt erleben müssen“, sagte Sam Worthington, Vorsitzender von Interaction, einem Zusammenschluss von humanitären und non-Profit Organisationen in Washington, gegenüber Yahoo! Nachrichten.
Die UN verfügte über gute und frühe Warnungen über die Verhältnisse in Somalia. Man wusste, dass man mit einer schweren Hungersnot rechnen müsse, wenn auf die Dürre im Herbst eine weitere im Frühjahr folgen würde, erklärte Worthington.
Eine angemessene Vorbereitung wurde durch die schwierigen Beziehungen mit Regierungen aus der Region verhindert.
Dazu muss man sich die Lage am Horn von Afrika vergegenwärtigen: 2009 vertrieb die militant-islamistische Gruppe Al-Shabaab, die Teile Somalias kontrolliert, Hilfsorganisationen. Für Flüchtlinge und Hilfsorganisationen ist die Region seither noch gefährlicher. Die instabile politische Lage macht es internationalen Hilfsorganisationen bisher kaum möglich, einzugreifen.
Die Lage erschwert sich, da nicht eindeutig ist, ob weiter alle Al-Shabaab-Milizen angesichts der Hungersnot gegen eine Einreise von Hilfsorganisationen sind.
Wie kann man als Privatperson helfen?
Laut Worthington sind Spenden von Privatpersonen flexibler und für schneller umsetzbare Maßnahmen einsetzbar. Hilfsmittel von fremden Regierungen sind dagegen an politische Forderungen geknüpft und das verzögert ihren Einsatz.
Worthington betonte, „Dort, wo wir helfen wollen und auch schnell helfen wollen, sind private Spenden der effektivste Weg“. Diese Spenden werden laut Worthington eingesetzt, um durch konkrete Mittel wie Medikamente, Decken und Lebensmittel an vereinzelten Stellen zu helfen. Regierungshilfen, so der Experte, sind genauso wichtig und notwendig, werden aber anders eingesetzt: Sie schaffen eine größere Infrastruktur, auf der sich Hilfsorganisationen dann fortbewegen und koordinieren können.
Wie hat die Weltöffentlichkeit auf die Hungersnot bisher reagiert?
Insgesamt haben die Weltöffentlichkeit und auch die Hilfsorganisationen sehr verzögert auf die humanitäre Katastrophe in Somalia reagiert. Experten rechnen damit, dass sich die Lage noch weiter zuspitzen wird, da die Dürreperiode zum einen gerade begonnen hat, zum anderen die ersehnten Regenfälle nach dieser Zeit für Mensch und Tier nicht ohne weiteres zu verkraften sein werden.
Um den Notleidenden zu helfen, bitten die Marley Familie und "Save The Children" um Ihre Spende!
“Keinem Kind der Welt sollte es an Wasser oder Nahrung mangeln. Kein Kind der Welt sollte unter Konflikten leiden, die von Menschen geschaffen wurden. Über drei Millionen Frauen und Kinder leiden. Sie sind unschuldig. Sie sind unpolitisch. Sie verhungern. Damals und heute steht Bob Marley für ein vereintes Afrika, für eine Liebe, für den Schutz von Kindern weltweit. Bitte unterstützen Sie uns, wenn wir uns heute gemeinsam mit Save The Children in gemeinsamer Verbundenheit dafür einsetzen, dass diese nutzlose Verschwendung von Menschenleben beendet wird, dass unsere Kinder mit Lebensmitteln versorgt werden und wir ihre Leben retten.” Die Marley Family
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