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    Internet-Abzocke: Das Geschäft mit der Gesundheit

    Internet-Abzocke: Das Geschäft mit der Gesundheit. (Bild: thinkstock)Internet-Abzocke: Das Geschäft mit der Gesundheit. (Bild: thinkstock)

    Ob Allergie, Migräne oder Erkältung — zum Thema Gesundheit lässt sich im Internet schnell Hilfe finden. Gerade bei kleineren Beschwerden erspart die Suchmaschine den Gang zum Arzt. Denn ein Hausmittelchen oder das passende rezeptfreie Medikament sind schnell gefunden. Aber Vorsicht! Viele Erfahrungsberichte und Beiträge in Foren sind schlichtweg gefälscht und dienen nur einem Zweck: ein bestimmtes Produkt zu verkaufen.


    Lange Wartezeiten beim Arzt sind nervig und lassen sich oft schlecht mit den gängigen Arbeitszeiten vereinbaren. Und überhaupt: Wer geht schon wegen jedem Zipperlein zum Arzt? Heutzutage gibt es schließlich Internet. Dr. Google ist zu jeder Zeit verfügbar und weiß Rat. Die richtigen Medikamente oder gesundheitsfördernden Produkte sind in Windeseile gefunden und lassen sich auf Wunsch sogar gleich in der Online-Apotheke bestellen.

    Gefälschte Forenbeiträge
    Letzte Zweifel an den im Internet gefundenen Medikamenten räumen Erfahrungsberichte anderer Käufer aus. Die bestätigen in Forenbeiträgen die Wirksamkeit, berichten manchmal sogar von wahren Wundern. „Seit Jahren schlage ich mich mit Hautproblemen herum, aber seit ich diese Creme benutze, bin ich zu 98 Prozent beschwerdefrei", heißt es dann zum Beispiel. Ein zweiter Schreiber bestätigt den ersten: „Danke für den super Tipp! Ich habe mir die Creme besorgt und benutze sie seit einer Woche. Meine Haut ist schon viel besser."

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    Was die meisten Leser nicht ahnen: Die Schreiber der Beiträge leiden nicht unter Hautproblemen, sondern haben lediglich den Auftrag, auf diese Art und Weise Produkte zu empfehlen. Oft lässt sich exakt derselbe Wortlaut der Beiträge auch in vielen anderen Foren finden, so ersparen sich die findigen Werber das Neuschreiben und kopieren die bereits veröffentlichten Beiträge ganz einfach in andere Diskussionsplattformen.

    Identität der Schreiber ist unklar
    Um auf den entsprechenden Web-Seiten mitdiskutieren zu können, reicht es meist, einen erdachten Namen und eine E-Mail-Adresse anzugeben. Die Schreiber der Beiträge bleiben also anonym. Der Betreiber eines solchen Forums ist für die Inhalte verantwortlich und muss auch dafür sorgen, dass bestimmte Verhaltensregeln eingehalten werden. Doch der Meinungsaustausch ist unzensiert und der Wahrheitsgehalt der Beiträge deshalb nur schwer einzuschätzen.

    Das sagt die Verbraucherzentrale
    Auch die deutsche Verbraucherzentrale warnt: „Einige Anbieter räumen Kunden die Möglichkeit ein, Produkte zu bewerten und Erfahrungsberichte zu den Artikeln im Netz zu veröffentlichen. Diese Webseiten wirken oftmals auf den ersten Blick wie allgemein zugängliche Diskussionsforen, in Wirklichkeit geht es jedoch meist um eine Werbung für bestimmte Produkte. Bei der Recherche nach Gesundheitsinformationen ist bei solchen Seiten besondere Vorsicht angebracht, da Informationen oftmals in engem Zusammenhang mit angepriesenen Produkten beworben werden."

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    So verhalten Sie sich richtig
    Deshalb sollten Sie beim Suchen nach geeigneten Medikamenten Vorsicht walten lassen. Prüfen Sie die Beiträge kritisch und suchen Sie nach mindestens einer zweiten Quelle, um den Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Achten Sie darauf, wer die Internetseite betreibt — ein Blick ins Impressum bringt schnell Klarheit. In moderierten Expertenforen von Krankenkassen oder Selbsthilfegruppen erhalten Sie in der Regel fachkundigen Rat. Vertrauen Sie nicht auf Gesundheitsseiten auf denen Produktpreise verglichen werden. Oft sind diese Internetseiten werbefinanziert, sie haben nichts mit den unabhängigen Preisagenturen gemein. Haben Sie Zweifel, fragen Sie Ihren Arzt, um eine wirklich kompetente zweite Meinung zu erhalten.

    Die Deutsche Verbraucherzentrale hat eine Checkliste zu Gesundheitsinformationen aus dem Internet herausgegeben. Das kostenlose pdf können Sie hier herunterladen.