Olympischen Spiele: London richtet die ersten „Socialympics“ aus (Bild: Reuters, AFP)
Bei den Olympischen Spielen in London wird es mehr Twitter- und Facebook-Posts geben als bei allen anderen Spielen in der Geschichte. Nicht nur die Zuschauer, auch die Athleten selbst werden ihre Erlebnisse auf diesem Wege der Welt mitteilen: Die „Socialympics" mögen beginnen!
Vom 27. Juli bis zum 12. August 2012 wird in London gelaufen, gesprungen, geboxt, geschwommen und gespielt, was das Zeug hält. Während der Olympischen Sommerspiele messen sich Sportler aus insgesamt 205 Nationen in 26 verschiedenen Sportarten. Experten erwarten nicht nur ein sportliches Massenevent, sondern auch einen nie gekannten Ansturm auf die sozialen Netzwerke wie Twitter und Facebook. Sie haben die Olympischen Spiele bereits „Socialympics" getauft.
Möglich macht das unermüdliche Getwitter und Geposte bei dem bevorstehenden Massenevent der technische Fortschritt, der seit den letzten Spielen in Peking stattgefunden hat. Heute verfügen viel mehr Menschen über ein Smartphone als noch vor vier Jahren. Auch Laptops werden immer kleiner und handlicher, ganz zu schweigen von Tablet-PCs wie dem iPad, das erst seit 2010 auf dem Markt ist, aber schon jetzt zur Standard-Ausstattung eines jeden Technik-Liebhabers gehört. Diese Gerätschaften und ein fast immer und überall verfügbarer Zugang zum Internet ermöglichen den Zuschauern, die sportlichen Ereignisse in Echtzeit zu kommentieren, egal ob sie sich zu Hause, unterwegs oder im Stadion befinden.
Auch wenn Twitter heute kaum noch aus der digitalen Welt wegzudenken ist, ist das Social Network gerade mal sechs Jahre alt. Bei den vergangenen Sommerspielen in Peking 2008 hatte der Microblogging-Dienst gerade mal sechs Millionen User und Facebook 100 Millionen. Heute gibt es 140 Millionen Twitter- und 900 Millionen Facebook-Mitglieder.
Einen Vorgeschmack auf die Londoner „Socialympics" gab es bei den Winterspielen in Vancouver 2010, bei denen bereits munter getwittert und gefacebookt wurde. Einen Social-Media-Rekord stellte das Champions-League-Fußballspiel zwischen Barcelona and Chelsea im April 2012 auf. Zuschauer sendeten 13.684 Tweets pro Sekunde — Rekord für ein Sportevent. Nicht mal beim Super Bowl 2012, dem Finale der US-Football-Liga, wurde soviel getwittert. Das International Olympic Committee (IOC) erwartet, dass die Spiele in London diese Rekorde brechen werden. „Das kann ein 100-Meter-Finale oder etwas Unerwartetes sein", sagte Lewis Wiltshire, Sportchef von Twitter U.K. der Nachrichtenagentur AP.
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Aber auch Athleten sind in den Social Networks unterwegs. Viele von ihnen werden mehr Zeit vor ihrem Facebook-Accout als im Stadion verbringen. Einige Sportler tragen ihren Twitter-Namen auf dem Trikot, damit die Zuschauer sie mit Tweets anfeuern können. Auf einem speziellen Online-Portal des IOC, dem Athlet's Hub, werden die Tweets der Sportler zusammengeführt. Das IOC hat selbst 760.000 Follower auf Twitter und 2,8 Millionen auf Facebook und wird Live Chats mit Athleten aus dem Olympischen Dorf anbieten.
Bei aller Offenheit und Technikaffinität hat das IOC die Posts der Athleten und Mitarbeiter sorgfältig im Blick. So wurden die australischen Schwimmer Nick D'Arcy und Kenrick Monk angewiesen, Fotos von ihren Facebook-Accounts zu entfernen, die sie mit Gewehren in einem amerikanischen Waffenladen zeigen. Ihre Mitarbeiter haben die Organisatoren der Olympischen Spiele in London aufgefordert, keine Details über ihre Arbeit und ihre Einsatzorte in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. Der Grund hierfür sind Sicherheitsbedenken.
Für die Sponsoren der Olympischen Sommerspiele sind die Social Networks ebenfalls interessant. Sie haben eigene Facebook-Seiten, um eine jüngere Zielgruppe zu erreichen. Samsung wird sogar eine eigene Olympia-App anbieten, mit der sich User das Gesicht in ihren Nationalfarben bemalen können — virtuell, versteht sich.
