Rote Karte für Internet-Betrüger (Bild: thinkstock)Heute beginnt die Fußball Europameisterschaft. Doch wer in letzter Sekunde ein günstiges Ticket oder einen XXL-Fernseher auf Ebay ersteigern will, sollte sich vor Betrügern hüten.
Als ganz schön unsportlich könnte man das Verhalten von Internet-Betrügern bezeichnen, die aus der allgemeinen Fußballbegeisterung zur Europameisterschaft Profit schlagen wollen. Kaspersky Lab, Spezialist für Internetsicherheit, hat einige Tipps zusammengetragen, wie man sich während der EM vor dem Nepp aus dem Netz schützt.
Der Ticket-Trick
Auch wenn Ebay in der Regel als vertrauensvoll gilt und viel für die Sicherheit der User tut, sollte man während der EM große Vorsicht walten lassen, zum Beispiel, wenn Tickets für Fußballspiele angeboten werden. Eine ganze Lieferung will ein Anbieter erhalten haben — und versteigert sie nun auf der Auktionsplattform. Doch wer die Tickets kauft, hat möglicherweise das Nachsehen. Er überweist das Geld, erhält aber nie die Ware. Schon bei der WM 2006 in Deutschland wurde der Trick angewendet und verursachte Schäden von rund 100.000 Euro. Auch gefälschte Tickets können für eine böse Überraschung sorgen. Daher gilt: Der einzige Weg zu gültigen Tickets führt über die UEFA-Website.
Technik als Pseudo-Schnäppchen
Wer den Anpfiff nicht im Stadion erleben kann, will die Spiele zumindest in gestochen scharfer Bildqualität vor dem Fernseher verfolgen. Die Technikmärkte halten sich momentan jedoch mit Schnäppchen zurück, also liegt es nahe, im Internet nach günstigen Fernsehern, Receivern oder Beamern zu suchen. Doch hier kann der gleiche Trick greifen wie bei den Tickets: keine Ware trotz Bezahlung. Stutzig sollte man werden, wenn der Verkäufer anbietet, den Deal außerhalb von Ebay abzuwickeln.
Auch die Bewertungen der Käufer geben einen Anhaltspunkt, ob die Anbieter vertrauenswürdig sind. Wenn ein Angebot deutlich unter dem regulären Marktpreis liegt, könnte das ein Hinweis auf einen Betrugsversuch sein. Einen gewissen Schutz bietet das Bezahlsystem PayPal. Innerhalb von 45 Tagen können Käufer ihr Geld zurückerhalten, wenn sie die Ware nicht bekommen haben oder das Produkt stark von der Beschreibung abweicht. Vorsicht ist bei ausländischen Verkäufern geboten, denn für die Polizei ist es dann besonders schwer, Betrüger zu verfolgen.
Vorsicht vor illegalen Videostreams
Wer die EM im Internet verfolgen will, sollte sich laut Kaspersky Lab vor gefälschten Video-Streams schützen. Diese Webseiten legen es über manipulierte Google-Ergebnisse oder gefälschte Einträge auf Facebook und Twitter darauf an, User auf ihre Seite zu ziehen. Dort besteht die Gefahr, sich Computerviren einzufangen. Auf der sicheren Seite ist man mit den Angeboten von ARD und ZDF.
„Cyberkriminelle werden sich ein mediales Großereignis wie die Fußball-Europameisterschaft nicht entgehen lassen", sagt Christian Funk, Virenanalyst bei Kaspersky Lab. „Daher werden wir ab dem 8. Juni auch infizierte Seiten sowie andere Betrugsversuche sehen. Mein Tipp: Fußballfans sollten gleich ein Lesezeichen auf die offiziellen Streams in ihrem Browser erstellen. So ersparen sie sich die hektische Suche nach einem Stream, wenn es knapp wird vor dem Anpfiff." Eine gute Übersicht, welche Spiele wo gezeigt werden, bietet zum Beispiel die Web-Site der Sportschau. Einzige Voraussetzung, um dieses Angebot nutzen zu können, ist eine deutsche IP-Adresse.
