Leipzig/Halle (dapd). FDP-Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle hat von der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Rückkehr zur Stabilitätskultur verlangt. "Die EZB sollte sich schnellstmöglich wieder auf ihre Kernaufgabe konzentrieren, nämlich die Sicherung der Geldwertstabilität", sagte Brüderle der "Leipziger Volkszeitung" (Samstagausgabe). "Wenn die EZB die Gelddruckmaschine dauerhaft laufen lässt, erhöht das die Inflationsgefahr. Wir würden uns von der deutschen Stabilitätskultur entfernen, auf die wir zu Recht so stolz sind." Die Europäische Zentralbank hatte zuvor wieder in die Märkte eingegriffen, um die Zinsen für italienische und spanische Staatsanleihen zu dämpfen.
Auch Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder hält einen Kurswechsel in der Euro-Politik für notwendig. Der EZB sollte im Notfall ein unbegrenzter Ankauf von Staatsanleihen von Schuldnerländern erlaubt werden, sagte Schröder am Freitag im Radiosender MDR-Info. Seiner Ansicht nach sei es notwendig, das dogmatische Verständnis der deutschen Politik in dieser Frage zu relativieren. "In letzter Konsequenz, wenn die Situation in Italien, Spanien und möglicherweise auch in Frankreich sich verschärft, wird die EZB deutlich machen, dass sie zur Verteidigung des Euros unbegrenzt intervenieren wird", sagte Schröder weiter. Die Bundesregierung lehnt einen unbegrenzten Ankauf von riskanten Anleihen bislang ab.
dapd


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