Autobesitzer müssen sich nach dem Willen der EU-Kommission auf häufigere Besuche beim TÜV einstellen. "Die Sicherheit der Fahrzeuge ist grundlegend für die Sicherheit auf den Straßen", sagte eine Sprecherin der EU-Kommission. "Jeden Tag gibt es auf den Straßen in Europa fünf Verkehrstote aufgrund technischer Mängel." Die EU-Kommission will am Freitag offiziell Pläne vorstellen, denen zufolge ältere Autos und Motorräder in allen EU-Ländern künftig jährlich zur Hauptuntersuchung müssen.
Geplant ist, dass neue Fahrzeuge nach vier Jahren erstmals zum TÜV müssen, ein weiteres Mal nach zwei Jahren und dann schließlich jährlich überprüft werden. Eine Hauptuntersuchung soll zudem jedes Jahr verpflichtend sein, wenn ein Fahrzeug 160.000 Kilometer gefahren ist. Bisher müssen neue Autos in Deutschland erstmals nach drei Jahren und dann in Abständen von zwei Jahren zum TÜV.
Bereits vor ihrer offiziellen Vorstellung schlägt den Plänen aus Brüssel Widerstand entgegen. Es handele sich dabei um "reine Abzocke der deutschen Autofahrer", erklärte der ADAC am Donnerstag. "Denn kürzere Prüfintervalle führen nicht - wie oft behauptet - zu mehr Verkehrssicherheit." Unfälle aufgrund technischer Mängel machten nur rund 0,5 Prozent der schweren Unfälle aller Fahrzeugbaujahre aus. Die EU-Kommission verweist hingegen auf Statistiken, nach denen die Zahl schwerer Unfälle aufgrund technischer Mängel ab dem fünften Jahr deutlich ansteige.


