Berlin (dapd-bln). Bei der Suche nach der Ursache der epidemischen Magen-Darm-Erkrankungen richtet sich der Verdacht nach Angaben der Verbraucherschutzverwaltung mittlerweile gegen zwei Zulieferer des Caterers Sodexo. Die Unternehmen haben ihren Sitz aber nicht in der Hauptstadt. Unterdessen hat sich die Zahl der Fälle auf 2.732 erhöht. Allerdings wird weitgehend von Nachmeldungen ausgegangen.
"Wir suchen die Nadel im Heuhaufen", sagte am Dienstag die Sprecherin der Verbraucherschutzverwaltung, Sabine Töpfer-Kataw. Zwar seien in anderen Bundesländern sogenannte Noroviren nachgewiesen worden. Ob sie jedoch die einzige Ursache seien, könne derzeit nicht gesagt werden. Die Nachweise seien "schwer" zu erbringen.
Man vermute allerdings einen Virus als Auslöser und gehe weiterhin davon aus, dass der Erreger durch verunreinigtes Essen verbreitet wurde, sagte die Staatssekretärin dem RBB. Momentan werde die Lieferkette zwischen den Zulieferern und dem Caterer untersucht.
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Höhepunkt überschritten
Der Krankheitshöhepunkt scheint inzwischen aus Sicht der Experten überschritten. Die Zahl der epidemischen Brechdurchfälle habe sich am Dienstag um weitere 78 erhöht, sagte der Staatssekretär in der Gesundheitsverwaltung, Michael Büge. Insgesamt seien inzwischen 122 Einrichtungen, darunter vor allem Schulen und Kitas, in allen Bezirken betroffen. Der Schwerpunkt der Erkrankungen liegt in Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Reinickendorf.
Nach Angaben Büges werden die Gesundheitsämter in den Bezirken auch am Feiertag, zum Beispiel für Eltern, ansprechbar sein. Die Mitarbeiter beraten zu Hygienemaßnahmen oder geben Röhrchen für Proben aus.
An der Aufklärung wird nach Angaben von Töpfer-Kataw mit Hochdruck gearbeitet. Das Landeslabor habe das ganze vergangene Wochenende Proben analysiert. Auch am Mittwoch, dem Tag der deutschen Einheit, würden weitere zur Untersuchung angenommen.
Gesamtkonzept angekündigt
Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) lobte die gute Kooperation aller beteiligten Behörden. Schulen und Kitas seien kontinuierlich informiert worden. Zudem sei ihnen empfohlen worden, Alternativen zu dem Essen des Caterers zu nutzen. Sie begründete dies mit der Fürsorgepflicht, auch wenn die Ursache noch nicht feststehe.
Mit Sodexo sei vereinbart worden, in der ersten Ferienwoche kein Essen an Berliner Einrichtungen zu liefern und dafür auch kein Geld in Rechnung zu stellen, sagte die Senatorin. Als Alternative seien "sehr pragmatische Lösungen" gefunden worden: Einige Kitas kochen selbst, andere haben sich einen anderen Anbieter gesucht.
"Die Versorgung der Kinder ist gesichert", betonte Scheeres. Dafür erhielten die Einrichtungen zwei Euro pro Kind und Mahlzeit. Sie hoffe, noch in dieser Woche die Untersuchungsergebnisse zu bekommen. Sollte dies nicht der Fall sein, werde am Donnerstag mit allen Beteiligten über das weitere Vorgehen beraten.
Scheeres kündigte an, ein Gesamtkonzept für das Schulessen vorlegen zu wollen. Dabei gehe es ihr vor allem um eine hohe Qualität. Eine Studie habe festgestellt, dass mehr Geld notwendig sei. Höhere Zuschüsse müssten dann aber auch bei den Kindern ankommen, sagte die Senatorin. Zugleich seien regelmäßige Kontrolle erforderlich.
dapd
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