Zwei in Afghanistan stationierte britische Soldaten sollen sich in dem Land an einheimischen Kindern vergangen haben. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte, die Militärpolizei habe Ermittlungen gegen die Soldaten aufgenommen und diese vorübergehend festgenommen. Die Führung in Kabul zeigte sich "angewidert" von den "unmoralischen" Vorfällen.
Nach Informationen des Boulevardblatts "The Sun" missbrauchten die beiden britischen Soldaten bei zwei Vorfällen sexuell einen Jungen und ein Mädchen. Beide Kinder waren demnach etwa zehn Jahre alt. Die Soldaten sollen die Übergriffe gefilmt und die Videos anderen Soldaten gezeigt haben. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, die Soldaten seien vorübergehend festgenommen, nach einem Verhör aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Ein Ministeriumssprecher sagte, solche Vorfälle würden "sehr ernst" genommen.
Ein Sprecher der NATO-geführten Afghanistan-Truppe ISAF sagte, die Soldaten aller an der Militäraktion beteiligten Staaten müssten "höchste Standards des Militärdienstes" einhalten. Sollte sich herausstellen, dass Soldaten ein Vergehen begangen oder "moralische Standards" verletzt hätten, dann würden sie von den jeweiligen Militärgerichten ihres Landes zur Rechenschaft gezogen.
Das Büro von Afghanistans Staatschef Hamid Karsai forderte eine Untersuchung der Vorfälle und erklärte, die beiden britischen Soldaten müssten bestraft werden. Berichte, wonach die Soldaten die Kinder "ermutigt" hätten, sie "durch ihre Kleider" zu berühren, seien "zutiefst verstörend".
Erst vor einer Woche hatte ein Video international für Empörung gesorgt, in dem US-Soldaten offenbar auf getötete Aufständische urinieren. Das Präsidialamt warnte nun, "die Zunahme solcher durch ausländische Soldaten begangenen unmoralischen Taten" würde das Vertrauen der Bevölkerung in die in dem Land stationierten internationalen Truppen untergraben.
Derzeit sind rund 130.000 ISAF-Soldaten in Afghanistan im Einsatz, um die Taliban zu bekämpfen und für Sicherheit in dem Land zu sorgen. Die große Mehrheit von ihnen, rund 90.000, sind US-Soldaten. Großbritannien ist der zweitgrößte Truppensteller, die meisten der rund 9500 in Afghanistan stationierten britischen Soldaten sind in der südlichen Unruheprovinz Helmand im Einsatz.
Bei zwei Anschlägen in Helmand wurden am Mittwoch mindestens 13 Menschen getötet. Bei einem ersten Anschlag habe sich ein auf einem Motorrad fahrender Selbstmordattentäter neben einem Polizeiauto in die Luft gesprengt, sagte der Sprecher des Provinzgouverneurs. Dabei seien sieben Polizisten und zwei Zivilisten getötet worden, acht Menschen seien verletzt worden. Bei einem zweiten Anschlag wurden demnach der örtliche Leiter des afghanischen Geheimdienstes, zwei seiner Leibwächter und ein Zivilist getötet.


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