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    Sturz in ein neues Leben

    Britin überlebt Fall aus dem 8.Stock - und ist heute dankbar für das Unglück

    Früher, in ihrem alten Leben, war Abigail Barragry ein echtes Party-Girl und legte sehr viel Wert auf Äußerlichkeiten. Doch eine Nacht veränderte alles. Am Neujahrsmorgen fiel die Britin von einem Balkon in ihrer Wahlheimat Malaysia und stürzte mehr als 30 Meter in die Tiefe. Dass sie den Aufprall überlebte, grenzt an ein Wunder. Heute, nach 13 OPs, kann die 30-Jährige nicht nur wieder laufen: Sie hat auch ihr Leben völlig umgekrempelt - und ihre große Liebe gefunden. Dank des Unfalls, sagt sie, ist sie heute glücklicher als je zuvor.

    Britin dankbar für Horror-Sturz aus dem 8. Stock (Symbolbild: thinkstock)Abigail Barragry aus Sheffield arbeitete tagsüber in Kuala Lumpur als Kunsttherapeutin. In den Nächten in Malaysia feierte sie gerne. So auch am Neujahrsmorgen 2011. „Es war zwei Uhr morgens, und ich hatte mit Freunden und ein paar Drinks ins neue Jahr hineingefeiert“, erinnert sich die 30-Jährige heute. Weil ihr schwindelig war, sei sie nach draußen auf den Balkon gegangen, um frische Luft zu schnappen. Der Balkon befand sich im achten Stock. Barragry rutschte aus. „Plötzlich hing ich über der Brüstung, und meine Hände griffen nach dem Geländer. Auch heute noch kann ich mir nicht genau erklären, wie ich dorthin kam“, so die Britin gegenüber der britischen Tageszeitung „Daily Mail“. Alles sei wie in Zeitlupe passiert. Sie sah, wie ihre Hände vom Geländer rutschten und merkte, dass sie fiel. „Das nächste, woran ich mich erinnere ist, dass ich auf dem Boden im Gras aufwachte.“ Sie habe versucht, den Menschen, die um sie herumstanden, mitzuteilen, dass ihre Beine schmerzten. Doch dann verlor Barragry das Bewusstsein.

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    Glücklicher als je zuvor: Abigail BarragryDer Zustand der Britin war mehr als ernst. Zehn Stunden lang dauerte es, bis die Ärzte sie stabilisiert hatten. Zwei Wochen lang kämpfte sie anschließend auf der Intensivstation ums Überleben. Ihr Becken war in zwei Teile zerbrochen, das rechte Handgelenk zerschmettert. Die Ärzte befürchteten, ihr rechtes Bein amputieren zu müssen. „Die Landung auf dem grasigen Untergrund rettete mir das Leben“, so Barragry. „Aber der Knochen in meinem rechten Bein wurde beim Aufprall zertrümmert und Schmutz, der hineingelangt war, verursachte eine üble Infektion.“ Die Mediziner bereiteten sie darauf vor, dass sie möglicherweise den Rest ihres Lebens nicht mehr würde laufen können. Vier Monate später verließ die Britin das Krankenhaus in Malaysia und kehrte in ihre Heimat Sheffield zurück – im Rollstuhl, wie ihr die Ärzte prophezeit hatten.

    Doch zuhause angekommen, wollte sich Barragry nicht mit ihrem Schicksal abfinden und las stapelweise Bücher zum Thema Schmerztherapie. „Ich war fest entschlossen, gesund zu werden“, so die 30-Jährige gegenüber der „Daily Mail“. Die Britin nahm eine äußerst anstrengende Physiotherapie auf sich und zwang sich immer wieder, nicht aufzugeben. Eines Tages zahlte sich der Kampfgeist aus: Barragry konnte ihren Rollstuhl verlassen. Heute, unglaubliche 13 Operationen später, benötigt sie zum Laufen nur noch eine Krücke.

    Obwohl sie solch eine schreckliche Zeit hinter sich hat, sagt die Britin heute, der Unfall habe ihr Leben auf positive Weise verändert. „Vor meinem Sturz war ich besessen von meinem Aussehen”, so die 30-Jährige gegenüber der „Daily Mail”. Sie habe Stunden damit verbracht, sich fürs Ausgehen fertig zu machen und an fünf Tagen die Woche im Fitness-Studio trainiert, um schlank zu bleiben. „Jetzt habe ich in meinem Körper vier Metallplatten, eine Schraube und eine 30 Zentimeter lange Metallstange. Ich habe überall Narben und werde mich nie wieder so bewegen können wie früher“, so Barragry. Unglaublicherweise sei sie trotzdem noch nie glücklicher gewesen als jetzt. Einer der Gründe ist, dass die Britin ohne den Unfall nie ihren Freund James Coupe kennengelernt hätte. Sie traf ihn während ihrer Rehabilitationsphase, als sie sich auf Krücken in einen Pub schleppte - der Mann war sofort von ihr und ihrem Willen begeistert. Zudem hat die 30-Jährige heute vor fast gar nichts mehr Angst: „Ich bin durch die Hölle gegangen, aber das hat mich stärker gemacht.“

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    Bald will Barragry wieder arbeiten – und sie möchte nach Malaysia zurückkehren. Doch vorher wird sie mit ihrem Freund James zum ersten Mal nach ihrem Balkon-Sturz in den Urlaub fahren – nach Spanien. Nach 16 zermürbenden Monaten wurde das Metallgehäuse entfernt, das die ganze Zeit über ihr rechtes Bein geschützt hatte. Worauf sie sich nun besonders freut? Die Britin kann es kaum erwarten, endlich einmal wieder in einem Pool zu schwimmen.

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