London (dapd). Trotz eines Streikverbots haben in Großbritannien am Donnerstag zehntausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus Protest gegen Sparmaßnahmen die Arbeit niedergelegt. Etwa 20.000 Polizisten aus dem ganzen Land versammelten sich in London zu einer Kundgebung unter dem Motto "Kürzungen sind kriminell". Nach Angaben von Gewerkschaftsführern beteiligten sich insgesamt mehr als 400.000 Beamte an den Protesten gegen eine Rentenreform. Die Regierung hingegen sprach von nur etwa 100.000 Streikenden und bezeichnete die Aktionen als sinnlos.
Die Streiks würden nicht zu neuen Gesprächen über die Rentenreform führen, sagte der Minister des britischen Kabinettsbüros, Francis Maude. Notfallpläne könnten zudem verhindern, dass öffentliche Dienstleistungen beeinträchtigt würden. An den Streiks hatten sich auch Mitarbeiter des Grenzschutzes an den Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick beteiligt. Auch hier sei es aber nicht zu Störungen oder längeren Wartezeiten gekommen.
Es war bereits der dritte Streik wegen der geplanten Rentenreform innerhalb der vergangenen sechs Monate. Bei einer Kundgebung im Londoner Stadtteil Westminster kündigten Gewerkschafter an, bis Ende des Jahres zu weiteren Streiks aufzurufen.
© 2012 AP. All rights reserved


