Nach der Entscheidung für Neuwahlen im Saarland streiten die dortigen Grünen um die Spitzenkandidatur. Die bisherige Umweltministerin Simone Peter mache Landeschef Hubert Ulrich Konkurrenz, berichtete die "tageszeitung". "Ich werde meine Ansprüche auf eine herausgehobene Position nun formulieren," sagte Peter der Zeitung. Damit wolle sie Aufforderungen aus den Reihen der Parteibasis nachkommen. "Ich sehe mich als Integrationsfigur." Ulrich hatte sich 2009 gegen ein rot-rotes Bündnis entschieden und war eine Koalition mit CDU und FDP eingegangen.
Eine Wieder-Annäherung an die SPD wäre "stark von Persönlichkeiten abhängig", sagte Peter weiter. Sie selbst wolle eine solche Koalition. Mit den Sozialdemokraten hätten die Grünen "jede Menge Schnittmengen", etwa in der Sozial- und Bildungspolitik. Eine große Koalition im Saarland sei "nicht mit Zukunftsfähigkeit verbunden", sagte die Grünen-Politikerin.
Vor zwei Wochen hatte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) das Bündnis mit FDP und Grünen aufgelöst. Am Mittwoch waren Peter und die anderen Minister von FDP und Grünen aus ihren Ämtern entlassen worden. CDU und SPD hatten anschließend die Chancen für eine große Koalition geprüft, sich am Donnerstag aber für Neuwahlen entschieden.
Der saarländische Fraktionschef der Linken, Oskar Lafontaine, bekräftigte, dass er nach der Neuwahl auf ein Bündnis mit der SPD setzt. "Selbstverständlich gebe ich Rot-Rot nach wie vor eine Chance", sagte er am Freitag dem RBB. Vor allem an der sozialdemokratischen Basis gebe es kein Interesse an einer Koalition mit der CDU.
Die derzeitige Harmonie zwischen CDU und SPD sei nur vorgetäuscht, sagte der Linken-Politiker. In Wirklichkeit passten die Programme der beiden Parteien nicht zusammen. Die Linke lade die SPD ein, "die Kürzungspolitik zu Lasten der Schulen und zu Lasten der sozialen Leistungen aufzugeben".


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