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    Große Bundestagsmehrheit stimmt für Billionenpaket

    Kanzlerin Merkel reist mit Rückendeckung des Parlaments nach Brüssel. Der Bundestag stimmt mit breiter Mehrheit für eine mögliche Erweiterung des Rettungsschirms.

    Der Bundestag hat sein Einverständnis zu einer möglichen Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF gegeben. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Mittwoch für einen gemeinsamen Antrag von Union, FDP, SPD und Grünen, der den Hebel-Mechanismus grundsätzlich freigibt.

    Das Parlament gab Kanzlerin Angela Merkel damit ein Verhandlungsmandat für den EU-Gipfel am Abend in Brüssel. Merkel wertete die Ausweitung der EFSF-Kapazität in ihrer Regierungserklärung als alternativlos. Die Opposition warf Schwarz-Gelb einen chaotischen Kurs in der Euro-Politik vor.

    Für den fraktionsübergreifenden Antrag stimmten 503 von 596 anwesenden Abgeordneten. 89 Parlamentarierer votierten dagegen, vier enthielten sich. Auch die sogenannte Kanzlermehrheit wurde erreicht: Genau 311 Abgeordnete von Union und FDP stimmten für die Pläne, wie es aus Unions-Kreisen hieß. Genau 311 Stimmen sind für die Kanzlermehrheit – also eine Zustimmung ohne die Stimmen der Opposition – nötig.

    Bei der ersten Abstimmung zur EFSF-Erweiterung am 29. September votierten 523 Abgeordnete für den Gesetzentwurf, es gab 85 Nein-Stimmen und drei Enthaltungen.

    Beschlossen ist die Hebelung des EFSF noch nicht. Auf dem EU-Gipfel am Mittwochabend in Brüssel sollten verschiedene Modelle diskutiert werden. Möglich ist etwa eine Versicherungslösung, bei der neu ausgegebene Staatsanleihen zu einem bestimmten Prozentsatz mit einer Art „Teilkaskoversicherung“ abgesichert werden. Eine andere Variante ist die Gründung einer Zweckgesellschaft, über die zusätzliche Kredite aufgenommen werden könnten. Sobald klar ist, welches Modell gewählt wird, soll sich der Bundestag erneut damit befassen.

    Merkel sagte, das Risiko einer Ausweitung des Rettungsschirms sei vertretbar. Dagegen wäre es unvertretbar und unverantwortlich, dieses Risiko nicht einzugehen. Eine bessere und vernünftigere Alternative als die Ausweitung gebe es nicht.

    Ausgeschlossen sei ein „Anzapfen“ der Europäischen Zentralbank (EZB), betonte die Kanzlerin. Alle Modelle, die eine EZB-Beteiligung voraussetzten, seien vom Tisch und nicht Gegenstand der Beratungen in Brüssel. Frankreich hatte eine solche Bankenlösung vorgeschlagen, Merkel hatte sich aber dagegen gestemmt.

    Die CDU-Chefin sprach im Bundestag von einer historischen Verpflichtung, die Errungenschaften Europas zu verteidigen und zu schützen. „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa – und das darf nicht passieren.“ Merkel forderte, noch in diesem Jahr eine Änderung der EU-Verträge einzuleiten. Erste Vorschläge sollten bereits im Dezember vorgelegt werden.

    Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle machte sich für Vertragsänderungen stark. Er forderte zudem einen Schuldenschnitt für Griechenland. Dieser sei „ein Gebot der Fairness und der sozialen Marktwirtschaft“.

    Die Opposition warf der Regierung vor, sie habe in der Euro-Frage keinerlei Linie und verheimliche wichtige Informationen. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte, Merkels Mannschaft gehe „nicht offen und ehrlich“ mit dem Parlament um. Er verwies auf die Plenardebatte über den Euro-Rettungsschirm EFSF Ende September. Damals habe die Regierung dementiert, dass eine Hebelung des Schirms geplant sei. Da die Ausweitung des EFSF nun doch kommen werde, sei das „unverschämt“ gewesen.

    Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hielt der Regierung eine Verschleierungstaktik vor. Es gehe nicht, die Menschen darüber im Unklaren zu lassen, mit welchen Risiken die Hebelung des EFSF verbunden sei. Die Haftungsobergrenze für Deutschland bleibe zwar gleich, doch das finanzielle Risiko wachse. Die Hebelung sei trotz der Risiken notwendig. Doch die Regierung müsse erklären, warum.

    Linksfraktionschef Gregor Gysi attackierte sowohl die schwarz-gelbe Koalition als auch seine Oppositionskollegen. Die Euro-Politik der Bundesregierung bezeichnete er als chaotisch. „Sie sagen jede Woche etwas Neues zu dieser Krise“, sagte Gysi an die Adresse der Regierung. Er warf Schwarz-Gelb außerdem eine „Arroganz der Macht“ vor. Eine Abstimmung über die EFSF-Ausweitung im Plenum des Bundestags sei nur dem Druck der Opposition zu verdanken.

    Gysi kritisierte aber auch, dass SPD und Grüne einen gemeinsamen Antrag mit Union und FDP vorgelegt hätten. Die beiden Oppositionsfraktionen machten „fast alles“ mit, was Union und FDP vorhätten.

    Lesen Sie hier das Minutenprotokoll der Regierungserklärung und Debatte im Bundestag.

    Quizaction

     

    19 Kommentare

    • Benjamin  •  vor 6 Monaten
      Les ich in der Überschrift richtig??
      BILLIONEN?
      Wo kommt das Geld denn auf einmal her?!?!?
      • Frechdachs vor 6 Monaten
        Es wird gedruckt - ohne Spaß!
    • waehlerbrief.de  •  vor 6 Monaten
      Diese Entscheidung ist nur als eine Selbstverteidigung der Politik zu werten. Die Herrschaften haben sich durch die bisher höchst dilettantische Handhabung in eine Zwangslage versetzt, die ihnen keine andere Entscheidung mehr zuließ. Die plötzlich große Zustimmung zeigt dieses deutlich. Da lob ich mir doch ausnahmsweise die Linke, die Kurs hält. Merkel mit ihrer dubiosen Vergangenheit hätte sich doch den früheren innigen Weggefährden anschließen können. Aber nein, sie und Schäuble haben sich weiterhin lieber um die Schädigung der Republik verdient gemacht. Wir werden das nicht vergessen.
      Eines allerdings lehrt uns der Tag: Es ist keine der Schmarotzerparteien mehr wählbar!
      • Yahoo! Benutzer vor 6 Monaten
        "Die Herrschaften haben sich durch die bisher höchst dilettantische Handhabung in eine Zwangslage versetzt, die ihnen keine andere Entscheidung mehr zuließ."
        Ich persönlich KANN einfach nicht glauben, daß das ganze Desaster nur die Folge von unüberlegten Entscheidungen , falschen Annahmen und Zufall ist. ICH denke, das alles ist volle Absicht und dient als Vorbereitung für ein bestimmtes Ziel. Die "Von der Leine" hat es ja schon mal ausgesprochen : USE - United States of Europe. Da das u.A. mit Souveränitätsverlust einhergeht muß natürlich auch der kleine Arbeiter davon überzeugt werden. Deswegen wird uns jetzt kräftig in die Tasche gegriffen (und es wird noch wesentlich schlimmer !) um uns irgendwann die USE als einzigen Ausweg aus dem Dilemma präsentieren zu können.
    • Frechdachs  •  vor 6 Monaten
      Und für den Müll, den die verzappen, werden sie noch gut bezahlt - von uns!
    • Ole  •  vor 6 Monaten
      ...denn sie wissen nicht,was sie tun! Verdammte Abnicker!
    • maik  •  vor 6 Monaten
      Um uns zu retten gibt es dann wohl nur noch eine Möglichkeit....hängt diese Verbrecher alle auf.....und das wird auch so kommen.Irgendwann reicht es sogar dem deutschen Steuerzahler, und dann wird Jagd auf diese unkompetenten Politiker gemacht,das dauert nicht mehr lange.
    • Kramer Andreas  •  vor 6 Monaten
      nun sind wir im a....
    • heinz b  •  vor 6 Monaten
      Die sollen nicht noch mal sagen es wäre kein Geld da,diese dreckigen Lügner.
      • Kramer Andreas vor 6 Monaten
        heinz wer anderen immer ein vorlügt der denkt das er auch nur beloen wird! darum keine auskünfte über bürgerrechte bei ämter und ständiges überwachen des bnd! da kann der bürger noch so ehrlich sein!
    • Uwe  •  vor 6 Monaten
      Ich möchte den Hebel für mein Konto auch anwenden.
    • Ironiemus  •  vor 6 Monaten
      Und schon in 14 Tagen debattieren sie wahrscheinlich über das Billiarden-Paket. Ob die Summen deshalb so schnell steigen, weil die Inflation schon begonnen hat? 1923 lässt grüßen...
    • Y.  •  vor 6 Monaten
      Merkel sagte, das Risiko einer Ausweitung des Rettungsschirms sei vertretbar
      Die soll mit ihrem gesamten Privatvermögen haften!!!!!
    • Y.  •  vor 6 Monaten
      „ein Gebot der Fairness und der sozialen Marktwirtschaft“
      Welche Drogen nimmt der denn?? gibts die in der Bundestagskantine?
    • Auweia  •  vor 6 Monaten
      Kanzlerin erhält Rückendeckung vom gesamten Parlament
      Ziemlich pornographische Verhältnisse in der Quasselbude!
    • Bouly  •  vor 6 Monaten
      Ich wäre dafür, alle Steuern sofort auszusetzen und denen da oben mal gehörig Dampf zu machen, denn ohne Steuergelder bekommen diese Schauspieler auch keine Gagen .... Ich wäre dafür sie im Circus Maximus in Rom einzusetzen , als Löwenfutter ...

      Hat schon bei den Römern als Attraktion gedient
    • Frank  •  vor 6 Monaten
      Das war der nächste Schritt zum Anwerfen der Notenpresse. Ich hoffe, wir können uns mit den T€uro bald den A.R.S.C.H. wischen, die kriminellen Politiker tun jedenfalls alles dafür.
      ( Und- sie selbstbeweihrächern sich noch dafür, halten diesen verdammten Bockmist für einen ERFOLG. Es kommt so, wie es die angeblichen Verschwörungstheoretiker angekündigt haben, massive Geldentwertung, Staatskrise, Unregierbarkeit der deutschen Großstädte, Auseinandersetzungen mit kriminellen Migranten, es lebe die Volksbewaffnung.
    • Erwin Lindemann  •  vor 6 Monaten
      Wer hätte das gedacht? SO VIELE IDIOTEN in nur einem einzigen Parlament.
    • Dirk Bals  •  vor 6 Monaten
      Könnte ich doch auch für alle DEUTSCHEN mal ein Kontorettungsschirm beantragen. Wir haben für alle AUSLÄNDER der Welt Geld nur für uns Deutsche, die das Geld in Form von Steuern zahlen, nicht. Bravo Merkel weiter so. Verlogene, wenderische, ausbeutende ................Regierung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    • Kramer Andreas  •  vor 6 Monaten
      eine billionnen bedeutet pro steuerzahler bei 80millionen pro bürger 12,5 millionen schulden!
    • Kramer Andreas  •  vor 6 Monaten
      wieviel nullen haben ne billion eigentlich? handelt es sich um eine englische oder europäische billion oder haben die die nullen multipliziert die das beschlossen?
    • Kramer Andreas  •  vor 6 Monaten
      mal 5 tausender schon mal fälsche für ein ei
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