Tornesch (dapd-nrd). Weniger als 48 Stunden vor Schließung der Wahllokale hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Partei zu einem engagierten Wahlkampf-Finish in Schleswig-Holstein aufgerufen. "Jost de Jager muss Ministerpräsident dieses Landes werden", sagte sie am Freitag beim offiziellen Wahlkampfabschluss ihrer Partei in Tornesch. Die Union müsse in der verbleibenden Zeit kämpfen. "Es ist kein Geheimnis, dass die Wahl durchaus knapp sein kann."
Auch CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager appellierte vor - nach CDU-Angaben - 1.760 Zuhörern an die Unionsanhänger in der Schulsporthalle, in den verbleibenden Stunden bis zur Wahl um Stimmen zu werben. Die gut besuchten Veranstaltungen zeigten, dass die Stimmung gut sei. "Jetzt geht es darum, aus der Stimmung Stimmen zu machen."
Die Wahl sei eine Richtungsentscheidung, sagte de Jager. "Rot-Grün steht für Stillstand." Die CDU wolle mit Abstand stärkste Kraft im neuen Kieler Landtag werden, eine Regierungsbildung solle ohne sie nicht möglich sein. Rot-Grün dürfe es nicht noch einmal geben, Rot-Grün mit dem SSW, der Partei der dänischen Minderheit, schon gar nicht.
"Schleswig-Holstein braucht eine stabile Regierung", sagte de Jager. Dies sei die sogenannte Dänen-Ampel nicht. "Fragen Sie mal Heide Simonis, was die von der Dänen-Ampel hält", fügte er mit Blick auf die gescheiterte Wiederwahl mithilfe eines solchen Bündnisses vor sieben Jahren hinzu. Ein solches Bündnis stehe für 1,8 Milliarden Euro mehr neue Schulden bis 2020 als von der Union geplant.
Merkel betonte in ihrer Rede die Bedeutung geplanter Infrastrukturprojekte wie den Weiterbau der Autobahn 20. De Jager habe die Finanzierung des Projekts mit dem Bund hinbekommen. "Für solche einfachen Sachen brauchen sie die CDU. Mit der SPD und den Grünen kriegen sie das nicht."
Zudem müsse der Netzausbau forciert werden, damit Schleswig-Holstein im Zuge der Energiewende "auch die Ernte einfährt, die es gesät hat mit den Anfängen der Windkraft", sagte Merkel.
Bei der Landtagswahl am Sonntag könnte es laut Umfragen zu einem Foto-Finish zwischen CDU und SPD kommen. Für Rot-Grün wird es aber vermutlich ebenso wenig reichen wie für eine Fortführung von Schwarz-Gelb. Die Sozialdemokraten liegen in einigen Umfragen leicht vor der Union oder etwa gleichauf. Deren Spitzenkandidat Torsten Albig will ein rot-grünes Bündnis, notfalls mit dem SSW.
dapd


