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    CDU und SPD in Schleswig-Holstein vor Foto-Finish

    Kiel (dapd). CDU und SPD steuern in Schleswig-Holstein auf ein Foto-Finish zu. Im nördlichsten Bundesland zeichnen sich gut eine Woche vor der Landtagswahl keine klaren Mehrheitsverhältnisse ab. Der von der Fünf-Prozent-Hürde befreite SSW, die Partei der dänischen Minderheit, könnte damit zum Zünglein an der Waage werden. Nur mit seinen Stimmen hätte Rot-Grün laut aktuellen Umfragen Chancen auf eine knappe Mehrheit im Kieler Landtag.

    In der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer Extra Schleswig-Holstein vom Freitag kommen CDU und SPD auf jeweils 31 Prozent. Auf die FDP entfielen sieben Prozent, die Grünen lägen bei 12,5 Prozent. Die Umfrage sieht die Piraten bei neun, den SSW bei vier und die Linke bei 2,5 Prozent.

    Unklar bliebe es demnach aber, ob es für eine sogenannte Dänen-Ampel aus SPD, Grünen und SSW reichen würde. Neben einer großen Koalition wären Drei-Parteien-Bündnisse aus CDU oder SPD jeweils gemeinsam mit den Grünen und der FDP möglich. Allerdings wissen zurzeit 40 Prozent noch nicht sicher, ob und wen sie wählen werden.

    Hälfte der Bürger will laut Umfrage Regierungswechsel

    Laut dem Schleswig-Holstein-Spezial des ARD-Deutschlandtrends vom Donnerstagabend wünscht sich die Hälfte der Bürger eine andere Regierung. 50 Prozent wollen ein SPD-geführtes Kabinett. Nur 31 Prozent wünschen sich wieder eine von der CDU geführte Regierung. In der bei Infratest dimap in Auftrag gegebenen Umfrage kam die CDU auf 30 Prozent und die SPD auf 32 Prozent. Die Grünen liegen bei 13 Prozent, die FDP bei sechs Prozent. Die Piraten kamen auf neun Prozent der Stimmen. Auf die Linke entfielen 2,5 und auf den SSW 4,5 Prozent.

    Könnten die Schleswig-Holsteiner ihren Ministerpräsidenten direkt wählen, fiele die Wahl beiden Umfragen zufolge auf SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig. Der derzeitige Kieler Oberbürgermeister kommt laut der Forschungsgruppe Wahlen auf 44 Prozent, laut infratest dimap auf 49 Prozent. Er liegt damit mit großem Abstand vor dem CDU-Kandidaten, Wirtschaftsminister Jost de Jager, der auf 29 beziehungsweise 27 Prozent käme.

    Kubicki erleichtert

    Laut den Demoskopen hängt das mögliche Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde durch die FDP massiv von Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki ab. "Es beruhigt jedenfalls", sagte Kubicki am Freitag vor der Sitzung des Kieler Landtags zu den neuen Umfragewerten. Seine Partei sei wieder auf einem guten Weg.

    CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager rechnet weiter damit, "dass wir mit Abstand stärkste Kraft werden". Im Norden herrsche eine ähnliche Situation wie jüngst vor der Wahl im Saarland. Es bleibe ein enges Rennen. Dagegen betonte Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck: "Es gibt eine Wechselstimmung in Schleswig-Holstein".

    SPD-Landeschef Ralf Stegner sprach von "ausgesprochen ermutigenden Umfragezahlen". Er und die Spitzenkandidaten der Partei der dänischen Minderheit, Anke Spoorendonk, kritisierten die Union erneut wegen eines umstrittenen Flugblattes, das vor einer sogenannten Dänen-Ampel warnt. Die CDU ziele "auf anti-dänische Ressentiments ab", sagte Stegner. Die Menschen hätten die "Schreckkampagne der CDU durchschaut", sagte Spoorendonk. Sie fügte hinzu: "Auch Regierungen mit knapper Mehrheit können stabil sein."

    dapd

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